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Weihnachten und Maskenspiel

Gestern trommelte ich in einer Schule mit den Schülern, zwei Stunden ohne Unterbrechung. Es machte einen Riesenspaß. Ich erlebte die Schüler so offen, voller Hingabe und Freude, so lebendig im gemeinsamen Rhythmus.
Auch einen Lehrer, der eine Zeit lang dabei war, erlebte ich lebendig wie die Schüler. Das freute mich ganz besonders.

Da waren auch andere Lehrer und die lösten Erinnerungen an meine Schulzeit und Kindheit aus.
Lehrer, die vor allem funktionieren, die keinen wirklich herzlichen Kontakt zu den Schülern haben und auch nicht zu sich selbst. Lehrer, die große Reden schwingen und dahinter ganz und gar nicht zu spüren sind. Die einfach so tun „als ob“.
So war auch der Dank des Direktors reine Pflichterfüllung, ich spürte, wie weit weg er war.

Und so fielen mir weitere, „hochoffizielle“ Situationen und Personen, Pfarrer, Politiker, Vorsitzende ein… die vor allem zu besonderen Anlässen große Reden schwangen und dabei keinerlei Verbindung zu dem hatten, was sie sagten und es auch nicht lebten.
Und sie hatten auch keinen Kontakt zum Publikum. Reden war nur Mittel für ihren Zweck.

Einmal sagte ein Direktor bei der Ansprache zum Schulanfang zu den Eltern, zu denen auch ich gehörte:
„Sie können sich darauf verlassen, dass wir ihre Kinder im katholischen Glauben erziehen!“. Was ihm selbst wohl entgangen war, war die Tatsache, dass er bei diesem Satz dreimal kräftig mit geballter Faust auf sein Rednerpult schlug und mit welchem Nachdruck er dabei sprach.
Ja, seine Worte sollten wohl etwas „Gutes“ vermitteln, seine Körpersprache machte mir aber eher Angst. Denn sie zeigte die Lüge hinter so mancher „frommer Rede“ von Kirche, Schule, Staat und anderen Institutionen und ihren „Vertretern“.
Was für ein Maskenspiel!

Nun ist Weihnachten. Und da geht’s mir nicht anders. Weihnachten, das Fest der Liebe.
Doch wie kann man nur so blind sein, völlig unkritisch alte Traditionen aufrecht zu erhalten, ohne dahinter zu sehen?
Nur um ein Stück kindlich – illusionäre Geborgenheit aufrechtzuerhalten.
Das hatte schon immer und hat immer wieder einen hohen Preis.
Wie viel Leid und Probleme zeigen sich nämlich in Wirklichkeit hinter der Maske der Liebe an Weihnachten.
Wenn man dahinter sieht.
Doch wer will das schon. Es könnte das letzte bisschen an Hoffnung und „Schönem“zerstören.

Wenn ich nicht dahinterschaue,KANN ich es nicht verändern. Also schaue ich nicht dahinter, wenn ich es nicht verändern WILL.Würde ich dahinter schauen,MUESSTEich es verändern.

Ich kann den gut verstehen, der das nicht will. Denn dahinter tut es ziemlich weh. Schon lange.
Doch so kann auch nichts anders werden.

So halten sich die meisten weiterhin nur an der Zeremonie, dem Christbaum mit seinem funkelnden Licht, dem Schenken, dem Essen und Trinken fest. Ist ja auch schön. Doch der Inhalt der Zeremonie ist oft alles andere als mit Liebe gefüllt…

Ich litt als Kind sehr unter diesem Maskenspiel der Erwachsenen, der „So-tun-als-ob“-Maske, der Maske der Gesellschaftslüge. Sie verletzte mich sehr, die Erwachsenen dahinter verletzten mich sehr.

So muss ich echt aufpassen, dass ich Menschen, die mir heute mit der gleichen Maske begegnen, nicht für meine alten Verletzungen verantwortlich mache und sie ablehne.

Ich bin froh, endlich gelernt zu haben, mehr oder weniger hinter die Masken schauen zu können. Und das macht mir Hoffnung.
Denn es ist immer noch so: ich möchte gerne die Menschen hinter den Masken kennen lernen. Denn dort sind die Menschen schön. Ihre Masken finde ich mehr oder weniger hässlich, im besten Falle noch lustig.

Und das kann ich jetzt oft viel besser, den Menschen hinter der Maske zu sehen. Weil ich (durch) seine Maske einfach durch-schaue.

So wie ich es als Kind intuitiv schon immer konnte, aber nicht das Bewusstsein dafür hatte. Ich spürte nur, dass sich bei vielen Erwachsenen etwas gar nicht gut anfühlte, ich fühlte mich bei ihnen nicht wohl.
So wünsche ich uns allen den Mut, uns unserer eigenen Masken bewusster zu werden und Schritte zu machen, sie abzulegen.

Maskenspiel

Ja, ich stelle mir eine Welt voller schöner Menschen vor. Manchmal kann ich sie sehen. Und selten sogar erleben. So wie immer wieder bei meinen Klienten.
Und gestern bei den Schülern.
Das war mein besonderes Weihnachtsgeschenk dieses Jahr.
Es kam zu mir, weil eine junge Frau initiativ und mutig war. Meine Tochter.
Danke, liebe Ronja! 🙂

Diese schöne Welt ist immer schon da.
Hinter den Masken.
Bei den jungen Menschen ist sie noch gut zu sehen.

Wie schön!
Frohe Weihnachten und ein Gutes Neues Jahr!
Klaus

Von |2009-12-24T10:21:46+02:0024.12.2009|Allgemein|0 Kommentare

Spiritualität

Was für ein (emotionales) Durcheinander dieses Wort oft schafft. Was für Anfeindungen und Missverständnisse, Angst aus schlechten alten Erfahrungen heraus, Widerstand, Wut. Und auch Hoffnung, Sehnsucht.

Ja, ich will Spiritualität! Doch zunächst ist es einfach nur ein Wort.

So will ich es aus meinem Lebenskontext heraus beschreiben, aus dem heraus, wie ich als ganz konkreter Mensch großgeworden bin.
Vom äußerst sensiblen und verletzlichen Wesen als Kind und Junge, über den Jugendlichen in einer wohl für alle Menschen sehr schwierigen Übergangsphase,bis hin zumjungen Erwachsenen, hineinin Familie und Arbeit undschließlich – etwas weis(s)er an Haaren :-)- als Mensch, der mehr und mehr über sein Leben nachdenkt.

So wie unserem willkürlich nicht einfach änderbarem „Bauplan“ auf der körperlichen Ebene eingeschrieben steht

Herz, schlage
Lunge, atme
Magen, verdaue
Darm, nimm auf und scheide aus
usw.

steht uns auch auf der „nicht-körperlichen“ Ebene verschiedenes eingeschrieben:

Mensch, folge Deiner inneren Wahrheit
Mensch, lebe sozial, d.h. in Gemeinschaft
Mensch wachse und entwickle Dich
Mensch, suche Deine Heimat und komm nach Hause

So wie das Herz „von selbst“ schlägt, die Lunge „von selbst“ atmet und all die Organe ihre jeweils eingeschriebene Aufgabe „von selbst“ erfüllen, so übernimmt jeder Mensch auch die Suche nach seiner Heimat „von selbst“, ob er es nun wahrnimmt oder nicht.
Und abhängig davon, welcher Religion sein „Transportmittel nach Hause“ nun entstammt.

Für mich persönlich ist es meine starke Naturprägung schon als kleiner Junge, meine Natur-Religion, die mir mein „Transportmittel“ zur Verfügung stellt. So gefallen mir vor allem die erd- und naturverbundenen Rituale der Indianer sehr. Sie geben mir – als katholisch aufgewachsenem Christen – mehr Gefühl von Heimat, als all die christlichen Rituale und Feste, unter denen ich großgeworden bin.

Sie waren eben einfach nicht mein eingeschriebenes „Transportmittel“.

Doch wer hätte damals schon ein Kind ernst genommen, das (unbewusst ), völlig alleine bei „Mutter Erde“ mehr Spiritualität leben konnte, als in der Gemeinschaft vieler Menschen in Familie, Kirche und Religionsunterricht?
Ich verstand von alldem einfach nichts, und kein Mensch hat „es“ mir gesagt. Nur meine innere Stimme.

Allein still in der Natur sitzend, kann ich mich auch jetzt meist wieder „rückbesinnen“ (lateinisch: religio = Rückbesinnung), auf meinen eingeschriebenen Weg, auf meine Heimat. Auf mich selbst.

Da kann ich die nur sehr leise innere Stimme, die sich – einem Kind gleich – nicht selbst behaupten kann, gegen all diesen Lärm im Außen und auch nicht gegen diesen schrillen Angstschreie meiner Kindheit, schützen und so wieder heraushören.

So muss ich wohl mein „ich will Spiritualität“ umändern in:

Ich lebe Spiritualität! IMMER!

Ob ich das nun weiß oder nicht (schade, dass das dem Jungen von damals niemand wirklich erklärt hat).
Ob ich es nun will oder nicht.

Wie jeder Mensch.

Denn sie ist uns eingeschrieben.

Wie unser Herzschlag, ohne den unser körperliches Leben enden würde.

Also doch wieder:
Ich WILL Spiritualität, wie sie eben MIR eingeschrieben ist.
Die Rituale, Feste und Feiern dazu, die MICH berühren.

Und „meine“ Herzens – Gemeinschaft.

Herzensgemeinschaft

Diese hat mir nun das Leben geschenkt!

So spürte ich vorhin am nur vom Mond erhellten Waldrand sitzend,

Nacht

an diesem unglaublich stillen und warmen Morgen eins in mir:

Spiritualität

DANKBARKEIT und FREUDE für meine SPIRITUALITÄT und die GEMEINSCHAFT

Von |2009-11-02T01:26:56+02:0009.08.2009|Allgemein|5 Kommentare

Der eigene Weg

Wie oft frage ich mich:“Was istmein Weg?“ und meineeigentlich: „Wo will ich hin? Was ist mein Ziel?“

Ich zermartere mir den Kopf über mein Ziel, und es zeichnen sich trotzdemnur unklare Schemen in meinem Inneren ab.

Und dann meine ich pötzlich zu verstehen:

EinZiel bleibt meist in weiter Ferne. Dochmeine Intuition lässt michspüren, ob der Weg den ich gerade gehe, MEIN Weg ist.

Soist mein Ziel,meinen eigenen Wegzu finden.

Und ihm dann zu folgen, ohne zu wissen,

Der eigene Weg

wohin er führt…

Von |2009-07-09T19:13:30+02:0009.07.2009|Allgemein|8 Kommentare

Niemals aufgeben!

Ich muss etwas anders TUN, damit etwas anders WIRD!

Wie lange muss ich oft grübeln und wie groß muss der Druck in mir oft werden, bis ich den Sinn der obigen Binsenweisheit, die mir in einem lichten Augenblick in den Sinn stieg, wirklich in aller Tiefe und Konsequenz erfassen kann.

Und wie oft übersehe ich diese banale Tatsache in meinem Funktionieren für die alltäglichen Aufgaben. Wie leicht überlistet mich mein Gehirn und „meldet Ärger“, weil sich nichts verändert hat und da steif in mir behauptet: „Ich hab doch etwas anders gemacht!“
Doch bei genauerem kritischen Hinsehen – was Menschen von Außen meist besser können :-)- muss ich dann wieder feststellen, dass ich im Grunde doch wieder den alten Sch…. gemacht, mich in meinen alten Mustern verfangen habe.
Man braucht schon detektivische Fähigkeiten, um sich dabei selbst auf die Schliche zu kommen.
Und noch viel mehr: die innere Bereitschaft dazu.
Ersteres ist zu lernen. Das zweite vielleicht ein Geschenk.

Wie sehr fühle ich mich doch in meiner scheinbar sicheren und vertrauten, „alten Welt“ wohl und aufgehoben.
Wär´s ein Wunder, wenn man da ab und zu (manchmal auch öfter) das „Kleingedruckte“, die feineren Hinweise übersieht, selbst wenn mir die „alte Welt“ schon längst drei Nummern zu klein ist und mich an allen Ecken und Enden einengt und in meiner Bewegung behindert?

Nein, kein Wunder. Doch eine Realität mit Folgen. Nein, leider wieder ohne Folgen, ohne DIE Folgen!

Puh, was für ein zähes Ringen!

Manchmal hilft mir wirklich nur noch Hemingways „Geheimnis meines Erfolges“:

Nie entmutigt sein!

oder anders ausgedrückt

Niemals aufgeben!

Von |2019-09-15T16:00:11+02:0003.07.2009|Allgemein|0 Kommentare

Das göttliche Kind

Ich meinte mein göttliches Kind sagen hören:

Mir tut JEDE Deiner Handlungen an Dir selbst oder anderen weh, die trennt, die lieblos ist, die die Liebe sich nicht frei entfalten lässt, die nicht wirklich in Liebe geschieht.

Ich bin IN Dir. So verletzt Du michUND Dich mit jeder lieblosen Handlung.

Und andere.

Sei die Handlung nun bewusst oder unbewusst.

Sei die Handlung nunoffen männlich körperlich brutal oderverdeckt weiblich seelisch giftig.

Und Du verletzt uns genauso, wenn Du lieblose Handlungen an uns geschehen lässt ohne einzuschreiten…

Sei Dir das nun bewusst oder nicht.

Und ALLE Verletzungen werden sichunter Schmerzen auflösen

wenn Du in die Liebe kommst.

Das ist die ganze Wahrheit

DAS IST DIE GANZE WAHRHEIT!

Von |2009-03-05T10:16:50+02:0005.03.2009|Inneres Kind|1 Kommentar

Krise

Das Nein zum Schmerz
Bringt schnell
in´s alte Leben
unbemerkt

Ich wollte es doch verlassen

Und wieder nehme ich das Leben
Durch ein dickes Polster wahr
Behütet und weich

Unberührt, abgetrennt
Dumpf, fahl

Die Sehnsucht nagt.
Es schmerzt
unerträglich
Nicht im Leben zu sein
Nicht daran teilzuhaben

Eingemauert
Verströmt die Blume ihren Duft
vergeblich
Lässt der Welt
Nicht ihre Schönheit spür´n

Es schmerzt
Ohne Schutz
Angst packt mich
Mit eisigen Krallen
Lieber wieder eingemauert

Es schmerzt noch mehr

Dann ist es zu spät

Keine Macht der Welt
Kann es mehr stoppen
Auch nicht ICH
Vermeidung
Hat ihr Ende

Ich ging zu weit

Hinein ins Leben

Ich bete um Geduld
Zu ertragen
Loszulassen
Zu vertrauen

Die Gewalt
Ist heftig
Die Mauern fallen

Feinfühlig
Dass mein Kleiner
Völlig unversehrt
Den Trümmern entsteigt

Wie schön
Da ist eine Hand
Die ihm ganz zart
Entgegenkommt
Und Wesen
Die sich freuen
Über dieses Wunder

Der Krise erwachsen

Der Krise erwachsen

 

Wachstum

Wie geht gutes Wachstum? Das frage ich mich aufgrund eigener Prozesse, in denen meine alte Stabilität verloren geht, selbst immer wieder.

Bei Insekten gibt es zwei verschiedene Arten von Wachstum:

Ein kontinuierliches Wachstum, bei dem das junge Insekt dem ausgewachsenen Tier bereits relativ ähnlich sieht und im Laufe der Entwicklung nur an körperlicher Größe zunimmt und bestimmte Merkmale, z.B. die Flügel mehr und mehr ausbildet. Das ist bei den Heuschrecken so.
Dies nennt man in der Biologie „unvollkommene Verwandlung„. Obwohl ich bei dieser Art Wachstum für „Verwandlung“ eher das Wort „Veränderung“ wählen würde.

Dann gibt es wiederum Insekten, die haben eine „vollkommene Verwandlung„.
Hier kann man wirklich von Verwandlung, Metamorphose oder Transformation reden. Hier gibt es keine „jungen Tiere“.
Viele Menschen glauben zwar, sie hätten einen „jungen Marienkäfer“ gesehen, doch in Wirklichkeit war es nur eine andere, aber ähnliche und eben kleinere Art.
So gibt es auch keine „jungen Schmetterlinge“. Und das weiß nun wirklich jedes Kind: 
Ein Schmetterling ist in „jungen Jahren“ eine Raupe. Sie hat keinerlei Ähnlichkeit mit dem Schmetterling selbst.
So ist es auch bei den Käfern, nur spricht man hier von „Larven“ statt von „Raupen“.

Mit den Schmetterlingsraupen passiert nun wirklich Unglaubliches, Wunderliches:
Ist es „soweit“, suchen sie unruhig nach einem Platz, an dem sie sich verpuppen können.
Dabei härtet eine äußere Schicht aus und bietet so eine Schutzhülle für das, was dann passiert.
Die einstmals vorhandene Raupe löst sich einfach völlig auf! Nichts von ihr ist mehr, wie es einst war. Sie wird innerhalb der Puppenhülle zu einer völlig strukturlosen und handlungsunfähigen „chaotischen Masse“. Schneidet man eine Puppe in diesem Stadium auf, läuft einem nur „Brühe“ entgegen. Und doch trägt die „Brühe“ ihre Bestimmung ganz klar eingeschrieben:
Eines schönen Tages wird sie nämlich zum prachtvollen Schmetterling, der seine enge Schützhülle verlässt, seine Flügel entfaltet und seinem Lebenals vollendetes Tier entgegenfliegt.

So stelle ich Vergleiche an:

Das körperliche, äußere Wachstum des Menschen ist „unvollkommen“. Es gibt „junge Menschen“. Sie sehen den Erwachsenen ähnlich und entwickeln im Laufe der Zeit nur bestimmte Merkmale heraus. Da wird das „Hänschen klein“ zum „Hans“. Äußerlich. Wie es im „Hans innen“ aussieht, ersieht man daraus nicht. So gibt es wohl viele „erwachsene Kinder“.

Beim seelischen Wachstum scheint es uns eher wie der Raupe und dem Schmetterling zu gehen. Die Verwandlung ist vollkommen:
Es gibt Zeiten, da zerfällt einem, durch äußere oder innere Einflüsse ausgelöst, alles im Leben. Alte Selbst- und Weltbilder lassen sich nicht mehr aufrecht erhalten, stürzen in sich zusammen. Das alte „Ich“ löst sich in ein formloses und unkontrollierbaresChaos auf. Nichts mehr ist, wie es einmal war.
Die gefräßige Raupe muss „sterben“, sie zerfließt in ihre „Grundbestandteile“ und fällt in einen Starrezustand.
Das durch Verletzungen bedürftig gebliebene und dadurch „unersättliche“ Innere Kind wird einem tiefen, völlig unwiderruflichen Transformationsprozess unterworfen. Das löst bei uns zu tiefste Ängste aus. Wir haben es nicht gelernt, uns solch gewaltigen Kräften – mindestens vergleichbar den Kräften, die bei einer Geburt wirken – vertrauensvoll hinzugeben. Und es bedarf liebevoller und intensiver Arbeit mit dem Inneren Kind, um da gut durchzugehen. Denn das Leben lässt nicht locker. Es will, dass wir zum Schmetterling werden.

Das nur durch die Puppenhülle geschützte, den äußeren Widrigkeiten ansonsten hilflos ausgesetzte „Wesen“ ist nun völlig inneren Prozessen überlassen. Sich hier wirklich den kosmischen Kräften hinzugeben und nicht dagegen anzukämpfen oder „anzuschieben“, ist eine große Herausforderung. Denn es stirbt wirklich etwas in uns. Für immer. Ein Teil Kindsein. Und ein guter Umgang mit dem Tod, sowohl dem physischen, als auch dem „Tod im Leben“ wird in unserer Kultur nicht vermittelt und gelehrt.

Und doch sind viele Menschen mit der Tatsache eines anstehenden „Todes im Leben“, eines tiefgreifenden Transformationsprozesses ganz konkret konfrontiert. Das Leben will, dass sie wachsen. Und Wachstum hat immer auch mit Sterben zu tun.

So wünsche ich uns allen, die in solche innere Wachstumsprozesse kommen, uns den kosmischen Kräften hingeben zu können und nicht dagegen ankämpfen zu müssen. Und Hilfe und Unterstützung von anderen Menschen und dem Kosmos.

Tod und Wachstum

Damit wir eines Tages als gesund entwickelte, prächtige Schmetterlinge unsere Schutzhülle verlassen und ins Leben fliegen.

Unsere wahre Bestimmung zu erfüllen.

Abschied von Dir, Mutter

In gutem Kontakt mit meinem Inneren Kind, in meiner Mitte und Ruhe, in stimmiger Nähe-Distanz mit Dir, Mutter, fühle ich nur Liebe und Frieden in mir. Ganz still, wohlig und geborgen.

Das tut so gut, Mutter.

Diese Liebe in mir will nichts, ist völlig in Frieden mit Dir und der Welt. Sie will nur, dass es Dir gut geht, wo immer Du auch bist.

Ich spüre Dich, Mutter. Oft mehr, als mir gut tut. Ich spüre, was Du brauchst. Und vergesse dabei, was ich brauche. So hast Du es mich gelehrt. Und in meiner tiefen Kinder-Liebeversuchte ich Dir alles zu geben, was Du Dir so sehr ersehntest.
Nie konnte ich es Dir wirklich geben und Dichnie ein Stück glücklicher sehen.

Jetzt habe ich oft heftige Wehen. Mein Kleiner kommt zur Welt. Immer und immer wieder ein Stück mehr.
Ich spüre ihn manchmal so tief. Er ist reine Liebe! Er liebt Dich zutiefst und ich muss ihm versichern, dass das Leben für Dich sorgt!

Er kann das nicht mehr, denn er muss hinaus ins Leben.

Und er will, dass ich erwachsen werde und gut für ihn sorge auf seinem Weg. Und das braucht viel Zeit und Mühe. Denn entlang dieses Weges stehen Angst und Pein, Verletzung und Schmerz, Mangel, Wut, Elend, Verzweiflung, unerträgliche Leere, grausame Einsamkeit, kalte Verlassenheit, Verlust, Grausamkeiten, Schläge, Krieg… und schwingen ihre Peitschen und Knüppel.

Immer wieder finde ich auf diesem Weg auch tiefste Stille und Frieden. Dann sprechen mein Kind und ich nur über unsere Augen. Der Augenblick dehnt sich ins Unendliche. Ich kann die Tiefe meines göttlichen Kindes spüren. Der Blick in seine Augen lässt die Welt still stehen.

Ich schicke Dir die Liebe, die mein göttliches Kind für Dich empfindet, Mutter. Und ich bete weiter um Heilung und Entwicklung.
Es tut oft weh, wenn ich an Dich denke. In unseren Schmerzen spüre ich die Tiefe unserer Verbundenheit.
Wenn der Schmerz jedoch Schmerz sein darf und sich nirgendwo mehr festmachen muss, wenn alle Schuld verflogenund das Kind mit allem geboren ist, existieren nur noch LIEBE und das reine SEIN!

Ich danke Dir aus tiefstem Herzen für Dich und Deine Liebe, Mutter!

So lasse ich jetzt los. Und bitte um Deinen Segen.

Hinaus ins Leben

Denn ich muss hinaus in die Welt.
Dein Sohn

Von |2009-01-20T16:22:28+02:0007.01.2009|Inneres Kind|0 Kommentare

Weihnachten und Innere Freiheit

Was ich dieses Jahr zu Weihnachten schreibe, mag für manchen sehr befremdend wirken.

Und doch ist es mir ein Anliegen zu schreiben, was in mir ist. Vielleicht fühlt der eine oder andere ja ähnlich.


Weihnachten war für mich immer verbunden mit Gemeinschaft, Freude, Spannung, Christbaum, Kerzen, Geschenke, reichlich Essen…eine fast unwirkliche, phantastische, zauberhafte Zeit und Welt, in die mich die Weihnachtszeit entführte…eine phantastische Winterlandschaft tat ihr übriges dazu…wie selten hatte ich während des Jahres eine solche Zeit und um wie viel kostbarer war sie dann, wenn sie denn endlich da war… welches Kind wurde nicht von Weihnachten zutiefst beeinflusst und geprägt…


Im älter werden wurden mir – ob ich nun wollte oder nicht – auch all die weniger schönen Seiten von Weihnachten bewusst. Vor allem, wie viele Hoffnungen und Erwartungen ich in dieses Fest als Kind steckte, die nie erfüllt wurden. Ich spürte, dass dieses Fest bis auf diese zauberhafte Welt nie wirklich meinen kindlichen Bedürfnissen, v.a. nach Gemeinschaft, gerecht wurde. Und es erzeugte unglaubliche Erwartungen, Druck, emotionales Durcheinander, Traurigkeit und ein Gefühl von tiefer Einsamkeit.


So überlegte ich mir „alle Jahre wieder“, was ich denn nun wirklich möchte, wenndie ganze WeltWeihnachten feiert. Das Alte? Ein „neues“ Weihnachten? Die Kindheit festhalten, an schönen, aber längst vergangen und oft illusionären Gefühlen? Längst war ich viel zu viel desillusioniert. Und doch konnte ich nicht von Weihnachten lassen. Wer lässt sich schon freiwillig so desillusionieren? Vor allem, wenn kein „Ersatz“ zur Verfügung steht. Zu sehr hängte sich mein Inneres Kind an dieses Fest.

Inzwischen sind viele Jahre vergangen und es hat sich etwas gelöst und befriedet in mir. Es war wirklich ein langer, beschwerlicher, schmerzvoller Weg. Nun hat Weihnachten für mich seine ursprüngliche, in der Kindheit tief geprägte Bedeutung verloren. Da kommt kein alter Kindheitsschmerz mehr hoch und ich fühle mich endlich frei. Ohne Druck, ohne irreale Hoffnungen, ohne Erwartungen, ohne Stress, ohne Rummel, ruhig, zufrieden, in Frieden. Und zugleich habe ich mehr wirkliche, gelebte Gemeinschaft, als ich sie als Kind hatte.

Das habe ich vielen Gesprächen mit meinem Inneren Kind zu verdanken. Daraus hat sich eine ganz eigene Verbindung in und mit mir selbst entwickelt, die ich nicht wirklich zu beschreiben vermag. Und diese ermöglicht mir auch einen ganz anderen Zugang zu Menschen, als ich ihn bis dahin kannte.


Das Ganze erfüllt mich mit einem Gefühl von tiefer Dankbarkeit und Ruhe.

Innere Freiheit

Nach langen Jahren trägtmeineSucheFrüchte:meine ganz eigene, Innere Freiheit.


So wünsche ich allen Ihre ganz eigene, Innere Freiheit. Zu tun, wasEuch wirklich gut tut. Und zu lassen, was Euch nicht wirklich gut tut.

Besonders jetzt in dieser emotionsgeschwängerten Weihnachtszeit.


In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine reiche Zeit, eine eigen-sinnige Zeit, einen schönen Jahresausklang und eine guten Übergang in das neue Jahr!


Herzlichst

Klaus

Von |2008-12-23T16:21:30+02:0023.12.2008|Allgemein|0 Kommentare