Männer Lure Norbert und ich, LureIch als Junge  Tom der Fährmann

Uropa mit ?

„Neue Männer braucht das Land, schreibt die Ina Deter Band an jede Wand“.

Doch „neue“ Männer fallen nicht vom Himmel, sie werden von alten Männern „gemacht“! Junge Männer lernen von den alten, ob sie wollen oder nicht. Sie imitieren unbewusst die Verhaltensweisen der Alten. So lernt der Mensch nun mal: durch Nachahmung.

Doch viele Männervorbilder dieser Zeit sind nicht geeignet, jungen Männern zu helfen, als Männer wirklich selbständig und erwachsen werden, selbstbestimmt und selbstverantwortlich handeln und ein glückliches Leben innerhalb eines gesunden sozialen Kontextes führen zu können.
So wurden die meisten von uns Männern von klein auf sich selbst überlassen, ohne auch nur die geringste Ahnung darüber zu haben was es bedeutet, als Mann im Leben zu stehen. Würden wir so schlecht ausgebildet in einen Job gehen, wir würden schnell wieder rausfliegen. Und das ist uns im sozialen Bereich längst passiert (s.u.).

Wir brauchen also alte, erfahrene Männer, die uns über ihr Mannsein wirklich offen erzählen und teilhaben lassen. Männer, die nicht aus „Sachzwängen“ zu allem Ja und Amen sagten, sondern eigene, andere Wege gegangen sind.
Ich habe mir meinen „anderen Weg“ nicht freiwillig ausgesucht, das Leben zwang mich dazu. Und doch möchte ich keinen Schritt mehr zurückgehen. Ich suchte mir damals und auch heute noch „alte Männer“. Und fand welche. Jeder half mir einen kleinen Schritt weiter.

Was mir im Laufe der Zeit klar wurde, ist, dass wir Männer zwar im Arbeitsleben, „Außen“ gut vertreten sind, jedoch „Innen“, v.a. was unsere Söhne anbelangt, aber auch die Töchter, fast völlig ausfallen! Wir sind entweder „nicht da“ und machen was wir wollen ohne Rücksicht auf Verluste („Macho-Typ“). Oder wir sind von Schuldkomplexen getrieben und machen alles, damit nur „Frieden“ herrscht („Weichei-Typ“). Und das hat mich zutiefst erschreckt! Denn beides hat nichts mit Mannsein zu tun sondern ist ein Fluchtverhalten auf scheinbar nicht lösbare Lebenssituationen. Es fehlt uns einfach das nötige Handwerkszeug dazu. Und das lernen wir von anderen, „alten“ Männern.

Dabei gibt es vor allem 2 „Realitäten“, die uns daran hindern, den Weg zu anderen Männern zu finden, die beide dem gleichen Urgrund entspringen, nämlich der Angst:

Das, was wir Männer als letztes zugeben, sind Ängste. Wie gut haben uns doch die Sprüche „Ein Indianer kennt keinen Schmerz!!!“ (der Vater befiehlt) und „Wer wird denn da weinen???“ (die Mutter beschwichtigt) konditioniert und systematisch unsere Ängste und anderen Gefühle „rausgeworfen“. Bis es sie einfach „nicht mehr gegeben hat“. Und damit auch uns als emotionale Wesen nicht mehr.
Doch genau von diesen (kindlichen) Ängsten haben wir solche Mengen, dass sie uns regelrecht betäuben. Wir spüren sie einfach nicht mehr. Männer erklären jedoch jeden für einen Spinner, der ihm das „weis machen“ wollte. Das dem doch so ist, wird uns meistens leider erst in Krisenzeiten bewusst, wenn sich die Ängste einfach Bahn brechen. Und dann kaum mehr zu ertragen und zu „handlen“ sind. Der Amoklauf so manchen Mannes entstammt genau diesen (dann unerträglichen) Ängsten, die ihn regelrecht zum Wahnsinn treiben.

Eine weitere Hürde ist die Konkurrenz zwischen uns Männern. Das heißt, wir bekämpfen uns eher, als dass wir uns zu unterstützen versuchen. Wir Männer wissen alles besser! Wir lassen uns von einem anderen in persönlichen Angelegenheiten nur selten was sagen. Greifen ihn eher dafür an. Sogar Männer, die zu mir in die Therapie kommen sagen indirekt:
Hilf mir, doch lass mich bloß in Ruh´, ich kann das alleine!
Wie soll man einem Mann mit solch einem Double-Bind – so der Fachausdruck für eine in sich völlig widersprüchliche Aussage – begegnen?! Es hat letztlich mit unseren Vätern zu tun. Es ist die Angst, (vor ihm, im übertragenen Sinn vor jedem Mann) „dumm da zu stehen“, sich dadurch angegriffen zu fühlen („Gesichtsverlust“) und doch auf seine Liebe und Zuwendung angewiesen zu sein.
Wir erwarten also meist eher etwas Negatives in der Begegnung mit einem anderen Mann. Zumindest im emotionalen, persönlichen Bereich.
Diese Hintergründe machen es uns Männern sehr schwer, uns überhaupt zu begegnen und einen offenen und herzlichen Austausch zu erreichen.

Ich möchte Männer dazu ermuntern und Euch darin unterstützen, andere Wege zu gehen, Mut zu schöpfen, über „peinliche“ Dinge zu reden, wieder etwas zu wagen, auch mal „dumm dazustehen“. Offenen Kontakt zu sich, zu anderen Männern, zu Frauen und zu den Kindern zu bekommen und nicht nur zu funktionieren und ansonsten mehr oder weniger abwesend zu sein, „weil Schnauze voll“.

Die Männerwerkstatt bietet dafür geeignete Möglichkeiten. Vor allem im Rahmen der Männergruppe und bei Einzelsitzungen.

Ich kann jeden Mann, der sich auch nur ein bisschen von Obigem angesprochen fühlt, freien Herzens dazu ermuntern, einen Schritt in Richtung „Männerarbeit“ zu tun! Er ist nicht leicht, doch ohne die anderen Männer kommen wir nicht weiter. Und ich freue mich über jeden Mann, der den Weg zu „Männerwerkstatt“ wagt.

MANN, Du bist hier herzlich willkommen!

Klaus

(siehe auch „Angebot“)