Dasein und Leben in einem Stamm, Stammsein … ein weiterer Mythos …?

… oder tief eingeschriebene Biologie und WESENsnatur der Spezies Homo sapiens?

 

Als unbeschriebenes Blatt erblickt das Menschenjunge, ein Baby „das Licht der Welt“ … was immer auch dieses „Licht beleuchtet“.

Geboren in den Slums von Mexico City wird des Babys Auge, seine Ohren, seine Nase, sein gesamtes, überaus feines, äußeres und inneres energetisches Wahrnehmungssystem Gestank, Grausamkeit, Mord und Totschlag, Brutalität, Angst und hinter allem tiefste Armut, den Kampf ums blanke Überleben wahrnehmen.

So ist die Welt also“, wird es „denken“ …

 

Das Baby in den reichsten Kreisen dieser Erde geboren, sieht Glanz und Glorie, Reichtum, Sauberkeit, Luxus, Macht und materielle Grenzenlosigkeit.

So ist die Welt also“, wird es „denken“ …

 

Das Baby in Japan oder China lernt wohl v.a. alles über Arbeit und Disziplin.

So ist die Welt also“, wird es „denken“ …

 

Das Baby im Kriegsgebiet erlebt Angst und Schrecken, Tod, Verstümmelung, Leichen, Hunger, Gestank, Schmerz und abscheulichste Grausamkeiten.

So ist die Welt also“, wird es „denken“ …

 

Das Baby in Deutschland erlebt überwiegend Wohlstand, Arbeit, „Ordnung“, ein Heim mit Familie und „Freiheitsdenken“.

So ist die Welt also“, wird es „denken“ …

 

Wohl fast alle Babys dieser Welt erleben v.a. Geld als DAS Anstrebenswerte … also HABEN und BESITZEN … oder eben nicht, dann ständig WOLLEN.

So ist die Welt also“, wird es „denken“ …

 

Ich „dachte“ als Baby, die Welt sei ein Ort der Bedrohung durch Menschen … denn so erlebten es meine Eltern im Krieg und „strahlten“ dies weiterhin aus.

So ist die Welt also“, „dachte“ ich …

… und isolierte mich später sehr weitgehend von Menschen und Gesellschaft …

 

All diese Babys waren zunächst völlig frei von Wertungen dessen, was sie erlebten. Auch die Bewertungen lernten sie erst von den „Großen“.

All das speicherten sie mehr und mehr als Erfahrungen ab und griffen auch beim Größerwerden weiterhin auf diese Erfahrungen zurück.

So ist Lernen und auf das Gelernte zurückgreifen die ganz natürliche Biologie aller (insbesondere Säuge-) Tiere, dort, wo sie nicht auf angeborene Instinkte zurückgreifen können … und das kann das Menschenjunge auf fast nichts.

Daher sind Babys und Kinder so hilflos UND zugleich so unglaublich lernfähig.

Wir Menschen brauchen also von Natur aus extrem viel Erlerntes, um später als „Große“ in der Welt leben zu können.

 

Und so greifen wir auch später weiterhin ausschließlich auf das von uns Erlernte und Bewertete zurück. Worauf sonst sollten wir auch zurückgreifen?! Wir haben schlicht und ergreifend nichts anderes!

 

Es ist AUSGESPROCHEN schwer und anstrengend, das Alte in seiner Eignung überhaupt nur mal in Frage zu stellen. Dies hat nämlich den Verlust von Halt, zumindest ein kräftiges Wackeln des einzigen Weltbildes zur Folge. Was wirklich Neues – das insofern dem Alten meist „entgegengesetzt“ ist – ins „System“ aufzunehmen, ist noch zigmal herausfordernder und wird schnell als extrem „erlebt“/bewertet.

 

„Alleine gelassen“ wird das „System“ zuverlässig und vollautomatisch weiterhin auf das „Altbewährte“ zurückgreifen. Ganz gleich, ob es vielleicht in neue Kleider gehüllt wurde oder „offensichtlich Altes“ ist.

 

Vom Mythos von Geld, Macht, Staat, Wohlstand, Fortschritt, Zivilisation und ähnlichem „in ein Stammsein überzusiedeln“, hat ebenfalls locker das Zeug dazu, neuer Mythos zu werden … um dem alten zu entfliehen.

 

Bevor nicht grundlegende, innere Transformationsprozesse in einem stattgefunden haben, ohne „aus dem Alten heraus gestorben zu sein“, wird man also die Welt der Mythen niemals verlassen können.

Solange die Raupe sich weigert, in ihrer aktuellen Daseinsform zu „sterben“ und dabei eine Zeit lang als undifferenzierte Zell-Soße völlig hilflos im Gefängnis der Puppe ausgeliefert zu sein, wird sie sich niemals als Schmetterling erheben und der letztendlichen Erfüllung entgegen fliegen.

 

Innerhalb von Mythen, ganz gleich wie gekleidet, wird Transformation niemals stattfinden. Denn genau die Erfindung der und das Glauben an Mythen brachten uns ja von natürlichen Prozesse ab.

Wir weigerten uns fortan, „natürlich zu sterben“. Und Transformation ist eine natürliche Form von „Sterben“. Wir nahmen „das Leben“, die Entscheidung über „Leben und Tod“ lieber selbst in die Hand. Vor allem bei anderen.

 

Und doch spüren auch innerhalb der Mythen viele Menschen – vielleicht erst reich an Jahren – eine „still-heimliche“ Sehnsucht nach einer „Ur-Geborgenheit“ in sich. Meist ist es eine kindliche, das Ergebnis all der Defizite als Kind.

Doch auch der „Große Mensch“ hat diese biologische Natur, sein WESEN als „Rudeltier“. Und das lebte Ewigkeiten in Stämmen mit anderen zusammen, miteinander.

 

Diese „still-heimliche“ Sehnsucht wird sich auf keiner Ebene jemals von selbst erfüllen. Schon gar nicht, wenn ich sie im Außen suche.

Gäbe es tatsächlich noch einen „Menschen-WESENS-Stamm“, könnte niemand in ihm verweilen, der selbst noch Raupe ist.

Die Transformation, die Metamorphose von der Raupe zum Schmetterling geschieht IMMER und AUSSCHLIESSLICH individuell.

Diese Herausforderung ist in unserer isolierten Welt gewaltig, sehr viel schwieriger, als damals mit Unterstützung eines Stammes, seiner Ältesten und all der Stammesweisheit.

Diesen lebensgefährlichen Weg ging der Mensch schon immer alleine … auch in Stämmen … oder niemals.

 

Erst danach kann der Mensch seiner biologischen Natur entsprechend wieder als Stammeswesen SEIN und leben.

Bis dahin muss er – wohl oder übel – weiterhin den Mythen folgen.