Wenn ich (das) Leben als „Kampf um´s Überleben“, als „survival of the fittest“, sehe, übersehe ich all die Schönheit in der Natur und im Leben, sehe ich nicht mehr das LEBEN als Ganzes …

… bleibe ich blind, blind vor Angst.

Denn diese Sicht der Dinge, der „Kampf um´s Überleben“ spiegelt lediglich die Angst vor dem eigenen Tod wider, jedoch nie und nimmer, was LEBEN ist.

Und das prägt weiterhin Generation über Generation:

überleben um jeden Preis … koste es, was es wolle …

… auch das Leben der anderen …

 

So habe ich aber mein Leben bereits verloren, noch bevor es „tatsächlich vorüber“ ist … und ich werde es sowieso „verlieren“ … eines Tages geh´n von dieser schönen Welt …

 

„Blind vor Angst“ macht mich hilflos wie das Kind von damals.

„Blind vor Liebe“ sein dagegen ÖFFNET die Augen für das Leben.  Die Augen, die jenseits der Mythen sehen können, offen für die Schönheiten des Lebens …

Liebe macht also sehend, nicht blind … sieht man mal von den verklärten und verkitschten Bildern ab, die sich in unseren Köpfen dabei unweigerlich mit einklinken.

Im ständigen „Kampf um´s Überleben“, versachlicht, kann man die Natur und das Leben nicht sehen, nicht lieben, nicht aus dem Herzen heraus erleben.

WESENtliches der Natur und von LEBEN bleibt einem so verborgen. All das nämlich, das sich nur völlig unbewertet von menschlichen „Maßstäben“ (insbesondere der aus seinen Ängsten „kreierten“) zu erkennen gibt … Angst „entgeistigt“, „entseelt“ die Natur und das LEBEN, will sie versachlichen, um sie so besser beherrschen zu können … so wie die Mythen der Menschen es mit allem machen.

So sieht man nur aus dem Blickwinkel der Angst. Und der ist EXTREM ENG. Nur ein winziger Ausschnitt des „Großen Ganzen“.

Nur der „blind verliebte Blick“ öffnet Deine Augen, die GANZE Welt vor Deinen Augen …

 

Leben ist nicht Überleben. Da der Tod keine subjektiv Rolle im Leben eines Tieres – und so letztlich auch nicht im Leben des Menschen – spielt. WESENtlich ist nur, ob man lebt …

So ist der Tod auch kein Problem, gegen das man per se angehen, „über-leben“ müsste … beim “über – leben“ lebt man „über das eigentliche Leben drüber“ …

 

Und nochmal:   LEBEN hat nichts mit „überleben“ zu tun!

Im Gegenteil:   Leben heißt, dass jeder sein BESTES gibt in diesem grandiosen MITEINANDER der Natur, das das beste Orchester der Welt an „Klang aus einem Organismus aus tausenden von Musikern“ um Welten übersteigt … kannst Du es wirklich hören …

Das BESTE ist das Leben selbst. Wie oft „opfert“ sich der Held im Film für die Frauen und Kinder, für die Gemeinschaft, für das Große Ganze jenseits seiner „nur noch eigennützig gewordenen Individualität“ und wen berührt dies nicht zutiefst… ?!?

 

Solange ich versuche, zu „über-leben“, ich also gegen den Tod kämpfe, habe ich das Leben bereits verloren, noch ehe es „zu Ende“ ist.

So kämpfe ich aber um nichts, um nichts WIRKLKICHES. Ich kämpfe nur noch gegen den Tod, gegen die Angst … ich kämpfe den sinnlosen Kampf tausender Generationen, den Kampf der Mythen … und werde zudem trotzdem nicht „über – leben“ …

 

Ich kenne diesen Kampf selbst nur allzu gut … meine ganze Kindheit war bestimmt von Angst … und dem ihr Entkommen … unerträglich für diesen Jungen von damals war nie wirkliche Hilfe für ihn in Aussicht … ER musste überleben … an LEBEN war nicht zu denken …

Das hat sich geändert, ich hab gelernt, bin ein Stück „er-wachsen“ und für diesen Jungen in mir mehr und mehr DA.

 

Obige „Erkenntnisse“ entstammen einem erneuten „Tod“, den ich die letzten Tage „starb“ – ausgelöst durch „Öffentlichkeit“ (= Menschen innerhalb der Mythen), der stärksten „Bedrohung“ innerhalb meiner kindlichen Ohnmacht und Schreckensszenarien …

Solche „inneren“ Prozesse sind mit einem starken Fieberprozess zu vergleichen … mit dem Unterschied, dass Dich Fieber apathisch und einen „Fieberschub“ somit relativ erträglich macht. Doch in einem „inneren“ Prozess ist es gerade die BEWUSSTHEIT, die so wesentlich ist.

Zugleich ist ein Teil von ihr völlig getrübt, von Fieber geschüttelt projiziert die Angst Dir halb halluzinierte Schreckensbilder in die „Zukunft“, die Du nicht abschütteln, nicht in eine „Hier und Jetzt-Realität“ bringen und auch nicht „widerlegen“ kannst …

Du bist ihnen „völlig ausgeliefert“. Und genau so „soll“ es auch sein, genau so „agiert“ der Heilungsprozess.

„Überleben“ hieße hier, gegen all das anzukämpfen. Denn die Angst lässt Dich dem Tod direkt in die Augen seh´n … und etwas „Altes“ wird dabei auch sicher sterben …

Ich kann mich nicht am Alten fest halten UND dem Tod in die Augen sehen. Ich muss gegen ihn kämpfen oder „einfach weiter leben“, mich dem LEBEN „übergeben“, überlassen … was den Tod bedeuten kann … ja, und auch wird … in gewisser Weise … und irgendwann ganz natürlich auch in körperlicher Weise.

Ich wollte wohl schon immer und will dies mehr und mehr, leben!

Nicht „über – leben“ …

So kann ich mich immer wieder nur hingeben, dem was ist. Mich anvertrauen, dem was sein wird. Wieder und wieder … die Fieber kommen so oft, wie die Seele dies zu meiner Heilung „veranlasst“.

Und Leben „will“ leben. ALLE seine Impulse stehen für LEBEN.

Was sonst sollte „Leben“ auch schon tun … als zu leben.

Über – leben war NIE Bestandteil des Lebens.

Und wirkliches Leben NIE Bestandteil unserer Mythen. Diese erzählen nur „Geschichten über das Leben“.

Doch sind Geschichten nicht das LEBEN.

Das liegt – innerhalb der Mythen seine Zeit verbringend – weiterhin tief vor einem verborgen.

Erst außerhalb wird es – manchmal „zu Tode erschreckend“ – lebendig …