Immer schon war „Kontakt“ mit Menschen Thema für mich.

Ich liebte es als Kind, wenn ich unter Menschen war, die gemütlich und friedlich beisammen saßen, Kaffee tranken und redeten. Es vermittelte mir ein Stück Heimat, Wohligkeit und Geborgenheit.

Zugleich spürte ich – als Kind noch sehr unbewusst, rein intuitiv – „irgendwie“ immer, dass diese Menschen (auch) etwas „verheimlichten“, NICHT SAGTEN, obwohl ich es so deutlich in mir spüren konnte. Oft passte das Gesagte auch nicht so wirklich zu dem, was ich fühlte.

Am stärksten „beaufschlagt“ in solchen Situationen war ich dabei wohl durch die Kriegsängste (=Angst vor „bösen“ Menschen) meiner Eltern.

Es waren v.a. die Worte bzw. deren Gebrauch, was mich so „durcheinander“ brachte.

All dies löste ein immer mehr werdendes Gefühl von Unbehagen in mir aus. Was mich später „Zusammenkünfte“ immer mehr meiden ließ.

Und es waren wieder v.a. die Worte, die mich dann selber mehr und mehr in diese „eigenartige Ausprägung von Kontakt … Begegnung … miteinander reden …“ hineinzogen.

Eine Lösung fand ich nicht. Das Unbehagen blieb.

 

Nur langsam begriff ich dieses „Zusammenspiel“ von Menschen über Muster, Wirklichkeiten, Mythen, Ängste, Emotionen, Vermeidung, Vorstellungen, Wünsche, Programme, Verhaltensweisen … und WIE wenig frei dies Ganze ist.

Das stärkste Mittel, um dieses „Zusammenspiel“ aufrecht zu erhalten, war und blieb dabei immer das „WORT“. Ob nun gedacht, gesagt, geschrieben, gelesen …

 

Schweigen „hilft“  in dem Ganzen partiell, Reden auch …

Doch beide machen per se weder mehr, noch weniger … ja, was …?! … welches Wort „stimmt“ hier … ?!

„Begegnung, Verbindung, Kontakt, Liebe …“ … sind zu vorgeprägt … zu vorbelastet …

 

Ich erschaffe jetzt ein neues Wort und nenne das, was ich oben zu beschreiben versuchte, „Anfüsat“ … es heißt „das Anfüsat“, das Verb dazu ist anfüsalen … (so ähnlich hat´s mit all diesen Wörtern mal begonnen, die Produktion wurde dann nur eingestellt … 🙂 )

Ich musste/durfte eine lange, „internationale“ und voll spannende Reise unternehmen, um ein Wort zu finden, das mir klanglich gefiel und zu dem Dr. Gockl wirklich gar nichts fand … in den meisten Kreationen fanden sich Namen (meist arabische 🙂 ), Städte, Firmen oder Wörter anderer Länder … und WO ich nicht überall gelandet bin … 🙂

Und doch ist Anfüsat weitaus schwieriger zu finden und zu leben, als ein Wort dafür zu kreieren …

 

Also, was fördert ANFÜSAT … Du weißt jetzt zumindest ungefähr, was ich meine …

Es war wieder „Kontakt“ mit anderen Menschen, der mir heut in der Stille der Morgendämmerung dazu verhalf, ein Stück tiefer gehen (verstehen) zu können im Umgang mit diesem für mich nach wie vor so „unguten und destruktiven Zusammenspiel“ …

… „mein Gehirn erinnerte mich“ an die Biologie der Zelle, an die Fähigkeit der Zelle, entscheiden zu können, was sie einlässt und was nicht … über ihre semipermeable = halbdurchlässige Membran!

Oder besser gesagt:  selektiv durchlässige Membran … eine Art Filter.

 

Worte, die Mustern und Programmen entstammen, besitzen keine „innere Wahrheit“ … sie verzerren die Wirklichkeit und ver/zerstören v.a. die Natürlichkeit der Kinder …

… über diese Worte „verbreiten“ sich alte Muster und Programme, sie ermöglichen kein Anfüsat, sie verhindern es …

 

Ich werde mir jetzt also mal eine wortwirksame, selektiv durchlässige Membran überstülpen und forschen … 🙂

Ob ich dadurch mehr Anfüsat finde, weiß ich nicht … doch wird es in jedem Fall dem Jungen in mir gut tun …

Spaß hat er schon jetzt daran … 🙂