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Schon immer waren Kopfschmerzen bis hin zu Migräne etwas, womit ich meist keinen rechten Umgang fand, obwohl ich wusste, dass sie v.a. psychosomatischer Natur waren. Ich litt (und leide auch heute noch manchmal) sehr darunter. Tabletten wollte ich meist nicht. Ich wollte verstehen, „was der Schmerz von mir wollte“.
So hatte ich auch heute wieder mal – ausgelöst wohl durch Nackenverspannungen – starke Migräne und wusste nicht, wohin mit mir und den heftigen Schmerzen.
Ich entschied zu tun, was ich zzt. oft tue: ich ging in „mein Cafe“ und schrieb. Der Nacken verkrampfte grausam, die Augen tränten, der Kopf pochte, sogar das Ohr tat weh.
Manchmal hatte ich regelrechte Hitzeschübe, als hätte ich Fieber und würde verbrennen.
Der Schmerz packte mich mit eiserner Faust im Nacken, er war „unerträglich“. Doch ich ertrug ihn wie immer.
Ich versuchte immer zu verstehen, was ich denn durch diesen Schmerz verstehen sollte, die „Botschaft dahinter“, so auch diesmal. Und ich machte mir all die Ängste bewusst, die mir grad durch diese Schmerzen hochkamen. Es waren Mengen.
Sie hatten mich schon fast „aufgefressen“. Damit verbunden fühlte ich nur noch Negatives in mir.
Ich mobilisierte meine ganze Entschiedenheit, machte mir meine momentane Lebenssituation klar und versuchte, einen Zusammenhang herzustellen.
Und ich bat um Hilfe.
Ich schrieb lange weiter, setzte mich damit auseinander.
Dann verstand ich, es machte regelrecht „klick“:
es war das Wort „unerträglich“, das mich plötzlich verstehen liess, dass das Leben mich so unter Schmerz setzt, mich so „gaga“ macht, mich regelrecht im Schmerz verbrennt, dass ich eben nicht mehr ertragen KANN und loslassen MUSS. Nicht indem ich Schmerztabletten nehme, sondern indem ich den Schmerz ausdrücke, ihm nachgebe und herausfinde, wozu mich dieser Schmerz drängt.
Bereits nach dieser Erkenntnis lies der Schmerz nach. Ich war echt verblüfft und dankbar, so unmittelbar hatte ich es noch nie erlebt. Ich war wieder „in mir zuhause“ und die meisten Ängste waren wie „nie vorher wirklich da gewesen“, einfach weg! Krass!
Ich fragte mich, was für Vorgänge denn da in meinem Innersten ablaufen, dass so schnelle Wechsel möglich waren. Doch wichtiger als das intellektuelle Verstehen war mir die Tatsache des nachlassenden Schmerzes.
Und mir wurde plötzlich kristallklar, so als hätte jemand die „Tür zur Inneren Einsicht“ geöffnet, dass der Schmerz nicht mein Feind ist, den ich (mit Medikamenten) bekämpfen und besiegen muss, sondern mein unbestechlicher, in seiner Konsequenz manchmal grausam wirkender „Innerer Entwicklungshelfer“.
Und dass diese Entwicklung passiert, indem ich dem Schmerz FOLGE!!!
Dass ich ohne ihn keine wirkliche Entwicklung in den Bereichen, in denen innere Verletzungen und daraus entstandene Wachstumswiderstände mich zurückhalten , machen könnte.
Er lässt mich einfach nicht los, nicht alleine.
Er hat eine Funktion zu erfüllen. Wie ein Organ, ohne dessen Funktion Leben oder seine Entwicklung nicht möglich wäre.
Ist seine Funktion erfüllt, bin ich ihm also dahin gefolgt, wohin er mich bringen sollte, kann der Schmerz sich wieder zurückziehen. Genau das konnte ich heute so deutlich erleben.
Er führte mich so deutlich „nach Hause“, zu mir selbst, dass mein Blickwinkel auf ihn sich noch einmal stark verändert hat.
Ja, der Schmerz ist wahrlich ein strenger Lehrer, seine Feuer brennen heiß.
Je heftiger die Verletzungen in uns, umso stärker die Widerstände gegen Entwicklung und umso heftiger irgendwann die seelischen und/oder körperlichen „Feuer des Schmerzes“, die uns im Grunde aber nur den Weg weisen wollen.
Und ich konnte es spüren:
so hart diese Schmerzen sein und für wie unmenschlich wir sie auch erklären mögen, letztlich entspringen sie doch dem Lebensprinzip des Lebens: der LIEBE!
Denn sie will reife und glückliche Menschen.
Wir sind soweit von für Menschen natürlichen Lebensbedingungen abgekommen, dass diese LEBENSLIEBE oft groteske und entsprechend heftige Formen annehmen muss, um uns den Weg nach Hause zu weisen.
So heftig, wie wir Menschen eben mit uns selbst und anderen, v.a. auch mit Kindern real umgehen. Man braucht nicht einmal die Zeitung aufzuschlagen, es reichen Beobachtungen im Alltag, auf der Straße, in der Arbeit, zuhause, bei sich selbst…. und man weiß, dass dem so ist.
So habe ich heute den Schmerz zum ersten mal nicht besiegt und bin ihm auch nicht hilflos erlegen, sondern ich bin ihm gefolgt, bewusst durch seine Feuer gegangen.
Und ich hab verstanden:
Schmerz ist keine Strafe für verfehltes Leben, sondern die Antwort des Lebens darauf , wie weit wir uns von uns selbst und dem Leben entfernt haben. Er ist EIN Ausdruck der Liebe. So anders es auch scheinen mag.
Der Schmerz versucht uns immer wieder dahin zu bringen, wo wir eigentlich alle hinwollen: zu uns selbst, „nach Hause“.
Und er steht für eine unglaublich starke Entwicklungs – Energie, die „will“ und es uns ermöglicht, dass wir wieder „nach Hause“ kommen können, wenn wir ihr folgen. Tun wir das nicht, erzeugt diese Energie eine innere Blockade und führt so zu seelischem und/oder körperlichem Schmerz.
Schmerz und auch Angst sind also primär Ausdruck von Lebens – Energie, die von uns aber meist nicht dahin gerichtet wird, wohin sie von Natur aus tendiert und somit schmerzhafte Energieblockaden in uns erzeugt.
So habe ich heute erleben dürfen, wie Schmerz tatsächlich völlig anders, nämlich als Energie verstanden und „eingesetzt“ werden kann und war über die spontane Wirkung völlig erstaunt, erfreut und dankbar.

Ich wünsche uns allen den Mut, uns von der Feuerenergie des Schmerzes erfassen zu lassen und sie immer mehr als Entwicklungshilfe erleben zu können.
09. Januar 2010
Gestern trommelte ich in einer Schule mit den Schülern, zwei Stunden ohne Unterbrechung. Es machte einen Riesenspaß. Ich erlebte die Schüler so offen, voller Hingabe und Freude, so lebendig im gemeinsamen Rhythmus.
Auch einen Lehrer, der eine Zeit lang dabei war, erlebte ich lebendig wie die Schüler. Das freute mich ganz besonders.
Da waren auch andere Lehrer und die lösten Erinnerungen an meine Schulzeit und Kindheit aus.
Lehrer, die vor allem funktionieren, die keinen wirklich herzlichen Kontakt zu den Schülern haben und auch nicht zu sich selbst. Lehrer, die große Reden schwingen und dahinter ganz und gar nicht zu spüren sind. Die einfach so tun „als ob“.
So war auch der Dank des Direktors reine Pflichterfüllung, ich spürte, wie weit weg er war.
Und so fielen mir weitere, „hochoffizielle“ Situationen und Personen, Pfarrer, Politiker, Vorsitzende ein… die vor allem zu besonderen Anlässen große Reden schwangen und dabei keinerlei Verbindung zu dem hatten, was sie sagten und es auch nicht lebten.
Und sie hatten auch keinen Kontakt zum Publikum. Reden war nur Mittel für ihren Zweck.
Einmal sagte ein Direktor bei der Ansprache zum Schulanfang zu den Eltern, zu denen auch ich gehörte:
„Sie können sich darauf verlassen, dass wir ihre Kinder im katholischen Glauben erziehen!“. Was ihm selbst wohl entgangen war, war die Tatsache, dass er bei diesem Satz dreimal kräftig mit geballter Faust auf sein Rednerpult schlug und mit welchem Nachdruck er dabei sprach.
Ja, seine Worte sollten wohl etwas „Gutes“ vermitteln, seine Körpersprache machte mir aber eher Angst. Denn sie zeigte die Lüge hinter so mancher „frommer Rede“ von Kirche, Schule, Staat und anderen Institutionen und ihren „Vertretern“.
Was für ein Maskenspiel!
Nun ist Weihnachten. Und da geht’s mir nicht anders. Weihnachten, das Fest der Liebe.
Doch wie kann man nur so blind sein, völlig unkritisch alte Traditionen aufrecht zu erhalten, ohne dahinter zu sehen?
Nur um ein Stück kindlich – illusionäre Geborgenheit aufrechtzuerhalten.
Das hatte schon immer und hat immer wieder einen hohen Preis.
Wie viel Leid und Probleme zeigen sich nämlich in Wirklichkeit hinter der Maske der Liebe an Weihnachten.
Wenn man dahinter sieht.
Doch wer will das schon. Es könnte das letzte bisschen an Hoffnung und „Schönem“ zerstören.
Wenn ich nicht dahinter schaue, KANN ich es nicht verändern. Also schaue ich nicht dahinter, wenn ich es nicht verändern WILL. Würde ich dahinter schauen, MUESSTE ich es verändern.
Ich kann den gut verstehen, der das nicht will. Denn dahinter tut es ziemlich weh. Schon lange.
Doch so kann auch nichts anders werden.
So halten sich die meisten weiterhin nur an der Zeremonie, dem Christbaum mit seinem funkelnden Licht, dem Schenken, dem Essen und Trinken fest. Ist ja auch schön. Doch der Inhalt der Zeremonie ist oft alles andere als mit Liebe gefüllt…
Ich litt als Kind sehr unter diesem Maskenspiel der Erwachsenen, der „So-tun-als-ob“-Maske, der Maske der Gesellschaftslüge. Sie verletzte mich sehr, die Erwachsenen dahinter verletzten mich sehr.
So muss ich echt aufpassen, dass ich Menschen, die mir heute mit der gleichen Maske begegnen, nicht für meine alten Verletzungen verantwortlich mache und sie ablehne.
Ich bin froh, endlich gelernt zu haben, mehr oder weniger hinter die Masken schauen zu können. Und das macht mir Hoffnung.
Denn es ist immer noch so: ich möchte gerne die Menschen hinter den Masken kennen lernen. Denn dort sind die Menschen schön. Ihre Masken finde ich mehr oder weniger hässlich, im besten Falle noch lustig.
Und das kann ich jetzt oft viel besser, den Menschen hinter der Maske zu sehen. Weil ich (durch) seine Maske einfach durch-schaue.
So wie ich es als Kind intuitiv schon immer konnte, aber nicht das Bewusstsein dafür hatte. Ich spürte nur, dass sich bei vielen Erwachsenen etwas gar nicht gut anfühlte, ich fühlte mich bei ihnen nicht wohl.
So wünsche ich uns allen den Mut, uns unserer eigenen Masken bewusster zu werden und Schritte zu machen, sie abzulegen.

Ja, ich stelle mir eine Welt voller schöner Menschen vor. Manchmal kann ich sie sehen. Und selten sogar erleben. So wie immer wieder bei meinen Klienten.
Und gestern bei den Schülern.
Das war mein besonderes Weihnachtsgeschenk dieses Jahr.
Es kam zu mir, weil eine junge Frau initiativ und mutig war. Meine Tochter.
Danke, liebe Ronja!
Diese schöne Welt ist immer schon da.
Hinter den Masken.
Bei den jungen Menschen ist sie noch gut zu sehen.
Wie schön!
Frohe Weihnachten und ein Gutes Neues Jahr!
Klaus
24. Dezember 2009
Was für ein (emotionales) Durcheinander dieses Wort oft schafft. Was für Anfeindungen und Missverständnisse, Angst aus schlechten alten Erfahrungen heraus, Widerstand, Wut. Und auch Hoffnung, Sehnsucht.
Ja, ich will Spiritualität! Doch zunächst ist es einfach nur ein Wort.
So will ich es aus meinem Lebenskontext heraus beschreiben, aus dem heraus, wie ich als ganz konkreter Mensch großgeworden bin.
Vom äußerst sensiblen und verletzlichen Wesen als Kind und Junge, über den Jugendlichen in einer wohl für alle Menschen sehr schwierigen Übergangsphase, bis hin zum jungen Erwachsenen, hinein in Familie und Arbeit und schließlich – etwas weis(s)er an Haaren
- als Mensch, der mehr und mehr über sein Leben nachdenkt.
So wie unserem willkürlich nicht einfach änderbarem „Bauplan“ auf der körperlichen Ebene eingeschrieben steht
Herz, schlage
Lunge, atme
Magen, verdaue
Darm, nimm auf und scheide aus
usw.
steht uns auch auf der „nicht-körperlichen“ Ebene verschiedenes eingeschrieben:
Mensch, folge Deiner inneren Wahrheit
Mensch, lebe sozial, d.h. in Gemeinschaft
Mensch wachse und entwickle Dich
Mensch, suche Deine Heimat und komm nach Hause
So wie das Herz „von selbst“ schlägt, die Lunge „von selbst“ atmet und all die Organe ihre jeweils eingeschriebene Aufgabe „von selbst“ erfüllen, so übernimmt jeder Mensch auch die Suche nach seiner Heimat „von selbst“, ob er es nun wahrnimmt oder nicht.
Und abhängig davon, welcher Religion sein „Transportmittel nach Hause“ nun entstammt.
Für mich persönlich ist es meine starke Naturprägung schon als kleiner Junge, meine Natur-Religion, die mir mein „Transportmittel“ zur Verfügung stellt. So gefallen mir vor allem die erd- und naturverbundenen Rituale der Indianer sehr. Sie geben mir – als katholisch aufgewachsenem Christen – mehr Gefühl von Heimat, als all die christlichen Rituale und Feste, unter denen ich großgeworden bin.
Sie waren eben einfach nicht mein eingeschriebenes „Transportmittel“.
Doch wer hätte damals schon ein Kind ernst genommen, das (unbewusst ), völlig alleine bei „Mutter Erde“ mehr Spiritualität leben konnte, als in der Gemeinschaft vieler Menschen in Familie, Kirche und Religionsunterricht?
Ich verstand von alldem einfach nichts, und kein Mensch hat „es“ mir gesagt. Nur meine innere Stimme.
Allein still in der Natur sitzend, kann ich mich auch jetzt meist wieder „rückbesinnen“ (lateinisch: religio = Rückbesinnung), auf meinen eingeschriebenen Weg, auf meine Heimat. Auf mich selbst.
Da kann ich die nur sehr leise innere Stimme, die sich – einem Kind gleich – nicht selbst behaupten kann, gegen all diesen Lärm im Außen und auch nicht gegen diesen schrillen Angstschreie meiner Kindheit, schützen und so wieder heraushören.
So muss ich wohl mein „ich will Spiritualität“ umändern in:
Ich lebe Spiritualität! IMMER!
Ob ich das nun weiß oder nicht (schade, dass das dem Jungen von damals niemand wirklich erklärt hat).
Ob ich es nun will oder nicht.
Wie jeder Mensch.
Denn sie ist uns eingeschrieben.
Wie unser Herzschlag, ohne den unser körperliches Leben enden würde.
Also doch wieder:
Ich WILL Spiritualität, wie sie eben MIR eingeschrieben ist.
Die Rituale, Feste und Feiern dazu, die MICH berühren.
Und „meine“ Herzens – Gemeinschaft.

Diese hat mir nun das Leben geschenkt!
So spürte ich vorhin am nur vom Mond erhellten Waldrand sitzend,

an diesem unglaublich stillen und warmen Morgen eins in mir:

DANKBARKEIT und FREUDE für meine SPIRITUALITÄT und die GEMEINSCHAFT
09. August 2009
Wie oft frage ich mich: ”Was ist mein Weg?” und meine eigentlich: “Wo will ich hin? Was ist mein Ziel?”
Ich zermartere mir den Kopf über mein Ziel, und es zeichnen sich trotzdem nur unklare Schemen in meinem Inneren ab.
Und dann meine ich pötzlich zu verstehen:
Ein Ziel bleibt meist in weiter Ferne. Doch meine Intuition lässt mich spüren, ob der Weg den ich gerade gehe, MEIN Weg ist.
So ist mein Ziel, meinen eigenen Weg zu finden.
Und ihm dann zu folgen, ohne zu wissen,

wohin er führt…
09. Juli 2009
Ich muss etwas anders TUN, damit etwas anders WIRD!
Wie lange muss ich oft grübeln und wie groß muss der Druck in mir oft werden, bis ich den Sinn der obigen Binsenweisheit, die mir in einem lichten Augenblick in den Sinn stieg, wirklich in aller Tiefe und Konsequenz erfassen kann.
Und wie oft übersehe ich diese banale Tatsache in meinem Funktionieren für die alltäglichen Aufgaben. Wie leicht überlistet mich mein Gehirn und „meldet Ärger“, weil sich nichts verändert hat und da steif in mir behauptet: „Ich hab doch etwas anders gemacht!“
Doch bei genauerem kritischen Hinsehen – was Menschen von Außen meist besser können
- muss ich dann wieder feststellen, dass ich im Grunde doch wieder den alten Sch…. gemacht, mich in meinen alten Mustern verfangen habe.
Man braucht schon detektivische Fähigkeiten, um sich dabei selbst auf die Schliche zu kommen.
Und noch viel mehr: die innere Bereitschaft dazu.
Ersteres ist zu lernen. Das zweite vielleicht ein Geschenk.
Wie sehr fühle ich mich doch in meiner scheinbar sicheren und vertrauten, „alten Welt“ wohl und aufgehoben.
Wär´s ein Wunder, wenn man da ab und zu (manchmal auch öfter) das „Kleingedruckte“, die feineren Hinweise übersieht, selbst wenn mir die „alte Welt“ schon längst drei Nummern zu klein ist und mich an allen Ecken und Enden einengt und in meiner Bewegung behindert?
Nein, kein Wunder. Doch eine Realität mit Folgen. Nein, leider wieder ohne Folgen, ohne DIE Folgen!
Puh, was für ein zähes Ringen!
Manchmal hilft mir wirklich nur noch Hemingways „Geheimnis meines Erfolges“:
Nie entmutigt sein!
oder anders ausgedrückt

Niemals aufgeben!
03. Juli 2009
Was ich dieses Jahr zu Weihnachten schreibe, mag für manchen sehr befremdend wirken.
Und doch ist es mir ein Anliegen zu schreiben, was in mir ist. Vielleicht fühlt der eine oder andere ja ähnlich.
Weihnachten war für mich immer verbunden mit Gemeinschaft, Freude, Spannung, Christbaum, Kerzen, Geschenke, reichlich Essen…eine fast unwirkliche, phantastische, zauberhafte Zeit und Welt, in die mich die Weihnachtszeit entführte…eine phantastische Winterlandschaft tat ihr übriges dazu…wie selten hatte ich während des Jahres eine solche Zeit und um wie viel kostbarer war sie dann, wenn sie denn endlich da war… welches Kind wurde nicht von Weihnachten zutiefst beeinflusst und geprägt…
Im älter werden wurden mir – ob ich nun wollte oder nicht – auch all die weniger schönen Seiten von Weihnachten bewusst. Vor allem, wie viele Hoffnungen und Erwartungen ich in dieses Fest als Kind steckte, die nie erfüllt wurden. Ich spürte, dass dieses Fest bis auf diese zauberhafte Welt nie wirklich meinen kindlichen Bedürfnissen, v.a. nach Gemeinschaft, gerecht wurde. Und es erzeugte unglaubliche Erwartungen, Druck, emotionales Durcheinander, Traurigkeit und ein Gefühl von tiefer Einsamkeit.
So überlegte ich mir „alle Jahre wieder“, was ich denn nun wirklich möchte, wenn die ganze Welt Weihnachten feiert. Das Alte? Ein „neues“ Weihnachten? Die Kindheit festhalten, an schönen, aber längst vergangen und oft illusionären Gefühlen? Längst war ich viel zu viel desillusioniert. Und doch konnte ich nicht von Weihnachten lassen. Wer lässt sich schon freiwillig so desillusionieren? Vor allem, wenn kein “Ersatz” zur Verfügung steht. Zu sehr hängte sich mein Inneres Kind an dieses Fest.
Inzwischen sind viele Jahre vergangen und es hat sich etwas gelöst und befriedet in mir. Es war wirklich ein langer, beschwerlicher, schmerzvoller Weg. Nun hat Weihnachten für mich seine ursprüngliche, in der Kindheit tief geprägte Bedeutung verloren. Da kommt kein alter Kindheitsschmerz mehr hoch und ich fühle mich endlich frei. Ohne Druck, ohne irreale Hoffnungen, ohne Erwartungen, ohne Stress, ohne Rummel, ruhig, zufrieden, in Frieden. Und zugleich habe ich mehr wirkliche, gelebte Gemeinschaft, als ich sie als Kind hatte.
Das habe ich vielen Gesprächen mit meinem Inneren Kind zu verdanken. Daraus hat sich eine ganz eigene Verbindung in und mit mir selbst entwickelt, die ich nicht wirklich zu beschreiben vermag. Und diese ermöglicht mir auch einen ganz anderen Zugang zu Menschen, als ich ihn bis dahin kannte.
Das Ganze erfüllt mich mit einem Gefühl von tiefer Dankbarkeit und Ruhe.

Nach langen Jahren trägt meine Suche Früchte: meine ganz eigene, Innere Freiheit.
So wünsche ich allen Ihre ganz eigene, Innere Freiheit. Zu tun, was Euch wirklich gut tut. Und zu lassen, was Euch nicht wirklich gut tut.
Besonders jetzt in dieser emotionsgeschwängerten Weihnachtszeit.
In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine reiche Zeit, eine eigen-sinnige Zeit, einen schönen Jahresausklang und eine guten Übergang in das neue Jahr!
Herzlichst
Klaus
23. Dezember 2008
Ich bin schon seit Kindesbeinen an ein sehr quirliger, neugieriger und dadurch, dass ich hartnäckig alles wissen und verstehen will, ein eher unruhiger, ungeduldiger, manchmal auch gereizter Mensch. Das brachte mich schon immer mit den Themen Ruhe, Kraft, Gelassenheit und Stabilität in Kontakt.
So bin ich auch z.Zt., v.a. durch die vermehrten Begegnungen mit Menschen, seien es nun meine Klienten, Menschen in Gruppen oder Menschen in meinem privaten Bereich, wieder stark mit diesem Themen konfrontiert.
In meiner Familie herrschte eine gewisse „Stabilität“, vielleicht sollte ich besser „Zucht und Ordnung“ sagen. Ich erlebte diese „Stabilität“ allerdings nicht als fördernd, sondern einengend, beängstigend, erstarrt. Ich war zwar versorgt und soweit von „äußeren Gefahren“ geschützt, einen wirklichen Ruhepol empfand ich aber hier nicht.
In einer in Beton gegossenen „Stabilität“, ist aus meiner Sicht kaum wirkliches Leben im Sinne von Entwicklung und Lebendigkeit, keine Transformation, kaum Bewegung mehr möglich. Nur noch Erstarrung. Das erinnert mich an den vielleicht sarkastisch anmutenden Satz von Osho, der sagt: „Die meisten Menschen sterben schon mit 21, wenn sie Staatsbürger geworden sind. Und lassen sich erst mit 70 eingraben.“. In obigem Sinne erlebe ich das als sehr realistisch. Es erschreckt mich und macht mich traurig.
Ich spüre besonders jetzt, in einer für mich sehr turbulenten Zeit, wieder, wie ich als Kind meinen wirklichen Ruhepol fand: vor allem, indem ich viel draußen in freier Natur war, was mir – den Kräften sei´s gedankt – ganz oft möglich war. Das ermöglicht mir jetzt einen spirituellen Zugang zu Kraftquellen und ich finde meist meine Ruhe und Stabilität bei einem Spaziergang und im Gebet wieder. Und in mir selbst.
Inzwischen lerne ich mehr und mehr, auch bei Menschen Ruhe, Kraft und Stabilität zu finden. Menschen „rauben“ mir diese auch immer wieder und ich beginne zu begreifen, dass durch die dadurch ausgelösten Prozesse „etwas“ in mir versucht, zu lernen und wieder Vertrauen in mich und Menschen zu finden und mein verletztes Inneres Kind in die Gemeinschaft der Menschen zurückzubringen. Und wieder eine natürliche, dem Menschen naturgemäße Ruhe und Stabilität zu bekommen.
Zu Stabilität in diesem Sinne kommt mir der Grashalm in den Sinn:
In Stille ist er einfach nur DA, wächst der Sonne entgegen. Bei leichtem Wind biegt er sich sanft, „in aller Ruhe“ mit einer großen Freiheit und Hingabe in alle Richtungen. Bei Sturm kann er sich auch mal tiefer legen. Er richtet sich danach zwar langsamer, aber doch wieder auf. War der Wind so stark, dass der Halm geknickt ist, wächst und lebt er selbst in dieser Haltung weiter.
Wächst er in Gemeinschaft mit anderen Halmen, wie es den Grashalmen so zu eigen ist, stützt er diese durch seine eigene Stabilität und bekommt von diesen auch seinerseits Unterstützung.
Seinen Halt und seine Nahrung bekommt er über seine Wurzeln, bei „Großmutter Erde“. Seine Kraft bekommt er über seine Fähigkeiten zur Transformation durch Photosynthese bei „Großvater Sonne“.
Wie immer der Wind auch weht, nichts kann ihn von seiner Aufgabe, zu wachsen und Frucht zu bringen, abhalten. Er ist in sich, im Kontakt mit „den Kräften“ und der Gemeinschaft stabil, wie stark die Stürme draußen auch toben mögen.

Ich wünsche mir die Stabilität eines Grashalms und das Leben auf einer bunten Wiese. Den Duft und die Farben der Blumen, das turbulente Flattern der Schmetterlinge und das Zirpen der Grillen, die alle Platz haben in dieser Wiesengemeinschaft stabiler Halme, die sich gegenseitig halten und bereichern.
01. November 2008
Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Die Tage um Weihnachten werden als die besinnlichen Tage bezeichnet.
Als Kind hatte ich wie eh und je in dieser Zeit Ferien. Ich war meistens draußen, in der Natur, Schlitten- oder Schlittschuhfahren. Oder ich entdeckte allerhand in der abenteuerlichen Winterlandschaft. Das brachte mich „zur Besinnung“, zur Ruhe, zu Sinnlichkeit, zu Sinnhaftigkeit, zu meinen Sinnen…ich war „voll bei Sinnen“, ohne dass ich auch nur einen Gedanken daran verlor. Ich machte, was für mich Sinn macht, ohne mir darüber bewusst zu sein. Zeit hatte dabei keine Dimension. Langeweile gab es draußen in freier Natur für mich nicht.

In der zeitlosen Unendlichkeit des Augenblicks Sinn – Volles tun! Was für eine Lebensqualität!
„Irgendwas“ in mir beschloss damals als Kind wohl, sich dies zu erhalten. So komme ich nach vielen Jahren und vielen Umwegen, in denen ich „das Leben“ kennen lernte, langsam wieder beim mir an. Das, was mir von der besinnlichen Zeit als Kind geblieben ist, ist das sinnerfüllte Leben im Augenblick. Hier in der Stille des Dobls, in der die Zeit für mich tatsächlich meist keine Rolle mehr spielt. Ich habe sie einfach, wie Luft zum Atmen. Und trotzdem schaffe ich alles, was zu tun ist. Die Trennung zwischen „Zeit haben“ und „Arbeiten“ verliert sich mehr und mehr. Weil ich mache, was für mich Sinn macht. So habe ich im Grunde immer Zeit.
Ich möchte zu den besinnlichen Tagen und zum Jahreswechsel allen, an erster Stelle meinen zwei Töchtern, meinen Klienten, Freunden, Männern, Frauen… allen Menschen in meinem Leben ein ganz HERZLICHES DANKE sagen. Für die sinnhaften und sinnesvollen Augenblicke und Begegnungen, die ich in dem verklingenden Jahr mit Euch haben durfte.
Was ich uns wünsche ist Besinnlichkeit, wie wir sie alle als Kinder noch kannten, die wirklich sinnlich, sinnvoll ist, in der man “bei Sinnen” ist, in der die Zeit sich auflöst, in der Neues wachsen kann, in der man SEIN kann, was man IST…in der man sein „wahres Wesen“ leben kann… um langsam wieder dort anzukommen, wo man mal war: bei sich SELBST!
Ich wünsche allen Besinnliche Feiertage und ein Gutes Neues Jahr!
Herzlichst
Klaus
20. Dezember 2007
Was würde passieren, würden von heute auf morgen – durch welche Kräfte auch immer bewirkt – sämtliche Maschinen, Autos, Computer, Technologien, Fremdenergieversorgungssysteme, Häuser, technischen Einrichtungen, medizinischen Einrichtungen…und alle Aufzeichnungen darüber, von der Erde einfach verschwunden sein, für immer und ewig? Wenn wir uns also von heute auf morgen in der Steinzeit wiederfinden würden?
Am meisten würde in den “hochentwickelten” Ländern passieren. Dort wäre es eine einzige Katastrophe. Zigmillionen Menschen würden sterben, ganze Landstriche könnten aufgrund des kalten Klimas und/oder ungenügender Nahrungsmöglichkeiten nicht mehr oder nur noch extrem dünn bewohnt werden.
In den “Entwicklungsländern” würde sich weniger ändern, leben doch dort viele Menschen noch immer relativ angepasst an einfachste und unabhängige Lebensbedingungen. An seltenen Orten würden vielleicht nur die fehlenden Kondensstreifen der Düsenflugzeuge am Himmel von der Katastrophe im “Rest der Welt” zeugen.
Es würden Jahre vergehen, langsam würden die Menschen, die die Katastrophe überstanden haben, sich an die neuen Lebensbedingungen gewohnt haben. Sie müssten mühsam all das einstmals auch verloren gegangene Wissen unserer Ururahnen durch Versuch und Irrtum wiedererlernen. Ist es doch nirgendwo gespeichert! Deren Kinder würden nur noch aus den Erzählungen ihrer Eltern und der Ältesten von dem Leben mit Technologie etwas mitkriegen. Und in den Köpfen deren Kinder wiederum wären wohl schon die letzten Reste an technischem, inzwischen – zum (Über-) Leben – völlig unbrauchbar gewordenem Know How verschwunden. Das alte, hochspezifizierte, technische Wissen wäre ein für alle mal verloren. Denn in den Genen steht es nicht geschrieben!
Doch eines wäre nicht verloren gegangen, das, was noch nie wirklich verloren gegangen ist, doch lange und oft fast völlig überdeckt war und ist: es sind unsere Gefühle für uns selbst…für das was es ursprünglich heißt, Mensch zu sein…für unsere essentiellen Bedürfnisse…für unser tatsächliches Miteinander…für unsere Kinder und das, was sie von Natur aus brauchen…für den sozialen, gemeinschaftlichen Aspekt unseres Lebens…für die eigentliche Natur des Menschen…für das Phänomen, das wir Liebe nennen…denn all das steht in den Genen geschrieben, seit je her…weil wir das sind…
So spüre ich immer wieder eine tiefe Sehnsucht nach solch einem Leben in mir, nach dem Leben, das in meinen Genen und meiner vielleicht göttlichen Natur, sicher nicht im “Handbuch der Technologie des 21. Jahrhunderts” eingeschrieben steht.
Mein Herz kann von heute auf morgen all diese “Errungenschaften der Zivilisation” loslassen, um sich in einer “urmenschlichen Lebensgemeinschaft” wiederzufinden.
Mein Kopf, meine “Persona”, das was ich meine, was “Ich” bin, würde wohl schwer zu kämpfen haben. Denn es würde nicht überleben. All das, was ich zu sein glaube, würde sterben. Und “Es” würde wohl dagegen ankämpfen.
Und doch würde und wird das Herz letztlich siegen.
So wie es spätestens und letztlich auch siegen wird, wenn ich eines Tages diesen Körper verlassen werde. Und somit auch dieses abstrakte “Ich”, die Vorstellung von “Mir”, das, was Menschen und später ich selbst mir eingeredet haben, zu sein.
Ich wünsche mir, noch auf dieser Erde vieles sterben lassen zu können, was mich vom “Sein” und von meinem natürlichen Wesen trennt.
Aus freiem Willen und Einsicht, aus Liebe zu mir selbst, zu meinen Kindern, zu den Menschen und zum Leben.
Ich wünsche mir Menschen, mit denen ich gemeinsam diese Reise machen kann. Ohne Katastrophen. Doch mit Hingabe daran, dass das Leben morgen nicht mehr das von heute sein wird. Mit den Annehmlichkeiten, die nicht dem Leben entgegenwirken. Und den sogenannten “Unannehmlichkeiten”, die mich letztlich mit dem Leben tiefer und tiefer verbinden.
Frei, ohne vorgefertigte Wege, als Teil von und in Verbundenheit mit Mutter Erde.

26. Januar 2007
“…nicht alle können es so achtsam behandeln…” meinte kürzlich ein Mann bezüglich meiner Art, mich in meiner Webseite so offen zu zeigen, meinte, das wäre ein Grenzgang. Ja, das ist es vielleicht. Manche behandeln es vielleicht wirklich nicht achtsam. Oder können es einfach nicht verstehen. Ich dachte selbst darüber nach, stellte mir viele Fragen, u.a. “Ist das professionell, als Therapeut so viel und auch meine Schwächen zu zeigen?”. Was immer auch man unter “professionell” und “Schwächen” verstehen mag.
Und doch spüre ich, dass ich das bin. Mehr als alles andere. Ein Grenzgänger, schon als Kind. Passiert Veränderung nicht eben genau an diesen Grenzen?! Sollte ich mich wieder zurückhalten, nur weil es “gefährlich” werden könnte?! Es als Kind tatsächlich auch war!
Tatsächlich habe ich bisher keine schlechten Erfahrungen damit gemacht. Naja, eine Exfreundin hat auf meine ihr mitgeteilte Offenheit hin, wie ich unsere Begegnungen erlebe, zuerst zornig und dann mit völligem Rückzug reagiert.
Der Abstand zu einem langjährigen Freund wird auch mehr.
Jetzt zeige ich mich schon wieder so persönlich! Ja, und ich merke, es geht mir gut dabei. Ich bin ja auch in erster Linie eine Person, der Mensch Klaus, nicht mein Beruf, der Therapeut.
Und das Äußere – nämlich Distanz – zu meiner Exfreundin und dem Freund entspricht jetzt viel mehr der Wirklichkeit, wie ich sie im Inneren zwischen uns erlebe, als eine oberflächlich gelebte Nähe. Auch wenn mir Nähe lieber gewesen wäre.
Ja, es ist so eine Sache mit Nähe. Wie sehr habe ich mich als Kind danach gesehnt, nach Nähe zu meinen Eltern vor allem. Und ich glaube, sie sehnten sich genauso danach. Doch ich erlebte sie miteinander und im Kontakt mit anderen Menschen meist oberflächlich. Sie zeigten sich nicht wirklich, ständig hinter ihrer Maske verborgen. Ich litt sehr als Kind unter dieser “Falschheit”. Und wenn ich mich wirklich zeigte, wie ich als Kind nun einfach mal war, erntete ich Distanz oder Schelte.
Das hat mir die Reaktion meiner Exfreundin wieder mal deutlich gespiegelt. Doch genau daran lerne ich mehr und mehr. Eben an dieser Grenze. Manchmal eben auch schmerzvoll.
So muß ich immer wieder schmerzlich feststellen, dass manche Freundschaften eben nicht mehr weitergehen, wo ich – oder der andere – die Grenzen unserer Begegnung, unsere “Schutzmasken” nicht mehr akzeptieren will, mich nicht mehr mit der jetzt für mich zur Oberflächlichkeit gewordenen “Realität” zufrieden gebe, weil ich sie durch das Überschreiten einer eigenen Grenze losgelassen habe.
Alles ist relativ und verändert sich ständig. Und es ist ein schwieriges Unterfangen. Nirgendwo wird mir das so schmerzlich bewußt wie in Freundschaften und Kontakten zu Menschen. Doch wie heißt es so schön schrecklich blöd: “Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!”.
Auch das ist eine Realität, der man sich stellen muß, wenn man zum Grenzgänger wird: dass so manches sterben muß, “das Alte”, bevor das “Neue” geboren werden kann. Auch so manche Freundschaft, doch nicht zwingend. Das Thema Abschied und Loslassen passt ja auch gerade gut zum Jahreswechsel. “Der Junge ist tot, der Mann ist geboren”, heisst es in einem nicht gerade zimperlichem Initiationsritual südamerikanischer Einwohner für Jungen.
Doch ich hatte auch für mich sehr angenehme Rückmeldungen: “Ich tue mir viel leichter, von mir und meinen Empfindsamkeiten zu reden, weil ich sehe, wie Du Dich zeigst!”
Ich verstehe und respektiere, dass manche Menschen sich einfach nicht so zeigen wollen und können. Vielleicht auch mit “zu viel” Offenheit gar nicht umgehen können, es einfach oft nicht verstehen, was ich will. Doch mir ist es ein Bedürfnis, mit Menschen in Kontakt zu kommen, die “wollen, können, probieren, lernen”…die “riskieren” wollen, sich zu zeigen, natürlich auch verletzlich, das ist immer dabei.
Meine Arbeit ist ein Angebot, eine Möglichkeit dafür, sich zu zeigen. An den Grenzen. In einem geschützten Rahmen. Kein Muss. Doch das wird sich von alleine regeln. Denn die, die das nicht wollen, werden es einfach nicht tun oder einfach fern bleiben. Und das ist okay und auch stimmig so für mich. So sorgt jeder auf seine Weise gut für sich. Das ist mir sehr wichtig! “Anschieben” macht nur Druck und keinen Sinn.
So freue ich mich für das neue Jahr auf Menschen, die das Risiko eingehen, sich zu zeigen, an den Grenzen, liebevoll, verärgert, wütend, voll Bewunderung oder Verachtung, vorsichtig oder draufgängerisch, offen oder zurückhaltend, bescheiden oder arrogant…mit all den Masken eben, die wir uns als Kinder zu unserem Schutz angeeignet haben, um in dieser seelischen Einöde im Außen (über-) leben zu können. Aber lebendig, offen und bereit…und verletzlich.
Um jetzt zu lernen, die Masken unter Achtung all ihrer geleisteten Dienste endlich ablegen zu dürfen, zu wachsen, zu reifen, zu begegnen. Uns und anderen.
Ich wünsche uns allen für das NEUE JAHR unsere natürliche Lebendigkeit, zu der auch unsere kindliche Neugier und Risikobereitschaft gehört, unsere Lust, Grenzen zu überschreiten…
…denn erst dahinter beginnt das bisher verborgene Leben, nach dem wir uns in manch tiefem Augenblick so sehr sehnen…

31. Dezember 2006