Monatsarchiv für Januar, 2009

Krise

   Das Nein zum Schmerz
Bringt schnell
in´s alte Leben
unbemerkt

Ich wollte es doch verlassen

Und wieder nehme ich das Leben
Durch ein dickes Polster war
Behütet und weich

Unberührt, abgetrennt
Dumpf, fahl

Die Sehnsucht nagt.
Es schmerzt
unerträglich
Nicht im Leben zu sein
Nicht daran teilzuhaben

Eingemauert
Verströmt die Blume ihren Duft
vergeblich
Lässt der Welt
Nicht ihre Schönheit spür´n

Es schmerzt
Ohne Schutz
Angst packt mich
Mit eisigen Krallen
Lieber wieder eingemauert

Es schmerzt noch mehr

Dann ist es zu spät

Keine Macht der Welt
Kann es mehr stoppen
Auch nicht ICH
Vermeidung
Hat ihr Ende

Ich ging zu weit

Hinein ins Leben

Ich bete um Geduld
Zu ertragen
Loszulassen
Zu vertrauen

Die Gewalt
Ist heftig
Die Mauern fallen

Feinfühlig
Dass mein Kleiner
Völlig unversehrt
Den Trümmern entsteigt

Wie schön
Da ist eine Hand
Die ihm ganz zart
Entgegenkommt
Und Wesen
Die sich freuen
Über dieses Wunder

Der Krise erwachsen

Der Krise erwachsen  

 

jetzt kommentieren? 31. Januar 2009

Liebe und Schmerz

Liebe und Schmerz

LIEBE und SCHMERZ

sind ins selbe Grab gebettet

Die SEHNSUCHT nach LEBEN 

bringt beide ans LICHT

 

bisher 6 Kommentare 27. Januar 2009

Wachstum

Wie geht gutes Wachstum? Das frage ich mich aufgrund eigener Prozesse, in denen meine alte Stabilität verloren geht, selbst immer wieder.

Bei Insekten gibt es zwei verschiedene Arten von Wachstum:

Ein kontinuierliches Wachstum, bei dem das junge Insekt dem ausgewachsenen Tier bereits relativ ähnlich sieht und im Laufe der Entwicklung nur an körperlicher Größe zunimmt und bestimmte Merkmale, z.B. die Flügel mehr und mehr ausbildet. Das ist bei den Heuschrecken so.
Dies nennt man in der Biologie „unvollkommene Verwandlung“. Obwohl ich bei dieser Art Wachstum für „Verwandlung“ eher das Wort „Veränderung“ wählen würde.

Dann gibt es wiederum Insekten, die haben eine „vollkommene Verwandlung“.
Hier kann man wirklich von Verwandlung, Metamorphose oder Transformation reden. Hier gibt es keine „jungen Tiere“.
Viele Menschen glauben zwar, sie hätten einen „jungen Marienkäfer“ gesehen, doch in Wirklichkeit war es nur eine andere, aber ähnliche und eben kleinere Art.
So gibt es auch keine „jungen Schmetterlinge“. Und das weiß nun wirklich jedes Kind:   
Ein Schmetterling ist in „jungen Jahren“ eine Raupe. Sie hat keinerlei Ähnlichkeit mit dem Schmetterling selbst.
So ist es auch bei den Käfern, nur spricht man hier von „Larven“ statt von „Raupen“.

Mit den Schmetterlingsraupen passiert nun wirklich Unglaubliches, Wunderliches:
Ist es „soweit“, suchen sie unruhig nach einem Platz, an dem sie sich verpuppen können.
Dabei härtet eine äußere Schicht aus und bietet so eine Schutzhülle für das, was dann passiert.
Die einstmals vorhandene Raupe löst sich einfach völlig auf! Nichts von ihr ist mehr, wie es einst war. Sie wird innerhalb der Puppenhülle zu einer völlig strukturlosen und handlungsunfähigen „chaotischen Masse“. Schneidet man eine Puppe in diesem Stadium auf, läuft einem nur „Brühe“ entgegen. Und doch trägt die „Brühe“ ihre Bestimmung ganz klar eingeschrieben:
Eines schönen Tages wird sie nämlich zum prachtvollen Schmetterling, der seine enge Schützhülle verlässt, seine Flügel entfaltet und seinem Leben als vollendetes Tier entgegenfliegt.

So stelle ich Vergleiche an:

Das körperliche, äußere Wachstum des Menschen ist „unvollkommen“. Es gibt „junge Menschen“. Sie sehen den Erwachsenen ähnlich und entwickeln im Laufe der Zeit nur bestimmte Merkmale heraus. Da wird das „Hänschen klein“ zum „Hans“. Äußerlich. Wie es im “Hans innen” aussieht, ersieht man daraus nicht. So gibt es wohl viele “erwachsene Kinder”.

Beim seelischen Wachstum scheint es uns eher wie der Raupe und dem Schmetterling zu gehen. Die Verwandlung ist vollkommen:
Es gibt Zeiten, da zerfällt einem, durch äußere oder innere Einflüsse ausgelöst, alles im Leben. Alte Selbst- und Weltbilder lassen sich nicht mehr aufrecht erhalten, stürzen in sich zusammen. Das alte „Ich“ löst sich in ein formloses und unkontrollierbares Chaos auf. Nichts mehr ist, wie es einmal war.
Die gefräßige Raupe muss „sterben“, sie zerfließt in ihre „Grundbestandteile“ und fällt in einen Starrezustand.
Das durch Verletzungen bedürftig gebliebene und dadurch „unersättliche“ Innere Kind wird einem tiefen, völlig unwiderruflichen Transformationsprozess unterworfen. Das löst bei uns zu tiefste Ängste aus. Wir haben es nicht gelernt, uns solch gewaltigen Kräften – mindestens vergleichbar den Kräften, die bei einer Geburt wirken – vertrauensvoll hinzugeben. Und es bedarf liebevoller und intensiver Arbeit mit dem Inneren Kind, um da gut durchzugehen. Denn das Leben lässt nicht locker. Es will, dass wir zum Schmetterling werden.

Das nur durch die Puppenhülle geschützte, den äußeren Widrigkeiten ansonsten hilflos ausgesetzte „Wesen“ ist nun völlig inneren Prozessen überlassen. Sich hier wirklich den kosmischen Kräften hinzugeben und nicht dagegen anzukämpfen oder „anzuschieben“, ist eine große Herausforderung. Denn es stirbt wirklich etwas in uns. Für immer. Ein Teil Kindsein. Und ein guter Umgang mit dem Tod, sowohl dem physischen, als auch dem „Tod im Leben“ wird in unserer Kultur nicht vermittelt und gelehrt.

Und doch sind viele Menschen mit der Tatsache eines anstehenden „Todes im Leben“, eines tiefgreifenden Transformationsprozesses ganz konkret konfrontiert. Das Leben will, dass sie wachsen. Und Wachstum hat immer auch mit Sterben zu tun.

So wünsche ich uns allen, die in solche innere Wachstumsprozesse kommen, uns den kosmischen Kräften hingeben zu können und nicht dagegen ankämpfen zu müssen. Und Hilfe und Unterstützung von anderen Menschen und dem Kosmos.

Tod und Wachstum

Damit wir eines Tages als gesund entwickelte, prächtige Schmetterlinge unsere Schutzhülle verlassen und ins Leben fliegen.

Unsere wahre Bestimmung zu erfüllen.

 

bisher 2 Kommentare 11. Januar 2009

Abschied von Dir, Mutter

In gutem Kontakt mit meinem Inneren Kind, in meiner Mitte und Ruhe, in stimmiger Nähe-Distanz mit Dir, Mutter, fühle ich nur Liebe und Frieden in mir. Ganz still, wohlig und geborgen.
 
Das tut so gut, Mutter.

Diese Liebe in mir will nichts, ist völlig in Frieden mit Dir und der Welt. Sie will nur, dass es Dir gut geht, wo immer Du auch bist.

Ich spüre Dich, Mutter. Oft mehr, als mir gut tut. Ich spüre, was Du brauchst. Und vergesse dabei, was ich brauche. So hast Du es mich gelehrt. Und in meiner tiefen Kinder-Liebe versuchte ich Dir alles zu geben, was Du Dir so sehr ersehntest.
Nie konnte ich es Dir wirklich geben und Dich nie ein Stück glücklicher sehen.

Jetzt habe ich oft heftige Wehen. Mein Kleiner kommt zur Welt. Immer und immer wieder ein Stück mehr.
Ich spüre ihn manchmal so tief. Er ist reine Liebe! Er liebt Dich zutiefst und ich muss ihm versichern, dass das Leben für Dich sorgt!

Er kann das nicht mehr, denn er muss hinaus ins Leben.

Und er will, dass ich erwachsen werde und gut für ihn sorge auf seinem Weg. Und das braucht viel Zeit und Mühe. Denn entlang dieses Weges stehen Angst und Pein, Verletzung und Schmerz, Mangel, Wut, Elend, Verzweiflung, unerträgliche Leere, grausame Einsamkeit, kalte Verlassenheit, Verlust, Grausamkeiten, Schläge, Krieg… und schwingen ihre Peitschen und Knüppel.

Immer wieder finde ich auf diesem Weg auch tiefste Stille und Frieden. Dann sprechen mein Kind und ich nur über unsere Augen. Der Augenblick dehnt sich ins Unendliche. Ich kann die Tiefe meines göttlichen Kindes spüren. Der Blick in seine Augen lässt die Welt still stehen.

Ich schicke Dir die Liebe, die mein göttliches Kind für Dich empfindet, Mutter. Und ich bete weiter um Heilung und Entwicklung.
Es tut oft weh, wenn ich an Dich denke. In unseren Schmerzen spüre ich die Tiefe unserer Verbundenheit.
Wenn der Schmerz jedoch Schmerz sein darf und sich nirgendwo mehr festmachen muss, wenn alle Schuld verflogen und das Kind mit allem geboren ist, existieren nur noch LIEBE und das reine SEIN!

Ich danke Dir aus tiefstem Herzen für Dich und Deine Liebe, Mutter!

So lasse ich jetzt los. Und bitte um Deinen Segen.

Hinaus ins Leben

Denn ich muss hinaus in die Welt.
Dein Sohn

jetzt kommentieren? 07. Januar 2009


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