Archiv für den Monat: Dezember 2006

GROSS und klein

Was tätest Du, wenn Du keinen Verstand mehr hättest?
Der Dein Verhalten ständig nach „gut“ und „schlecht“ abrastert!
Wenn Du Dich gedankenlos, ganz und gar nur dem Leben überließest?
Wie Du es als kleines Kind getan hast…als Du noch nicht reden und so auch nicht in Worten denken konntest
Wo Du noch keineWertung kanntest, die kam erst über die Worte, Gedanken, den Verstand
Durch die Eltern, das „Aussen“…das „Innen“ kennt keine Wertung

Du würdest bei Schmerz einfach weinen und schreien – ohne dies als schlecht zu bewerten
Du würdest bei Wut einfach nur brüllen und aggressiv sein – ohne dies als böse zu bewerten
Du würdest bei Traurigkeit einfach nur weinen – ohne Scham, ohne dies als peinlich oder unziemlich zu bewerten
Du würdest bei Angst und Not einfach nur nach Hilfe rufen – ohne dies als lästig oder abhängig zu bewerten

Du würdest einfach tun wonach Dir ist
Aussen SEIN wie Du Innen BIST
ohne über die Folgen nachzudenken
ohne Angst zu haben, die Tränen würden nie aufhören, der Schmerz nicht nachlassen, die Wut alles überrennen und vernichten…
ohne Angst zu haben, Deine Liebsten würden sich von Dir abwenden, Dich bestrafen, schlagen, demütigen, verlassen, ignorieren, zu Tode schweigen, Dir ihre Liebe entziehen…
Damals warst Du klein, hilflos, ausgeliefert…

Jetzt bist Du GROSS, stark, mächtig…

So kannst Du jetzt Deinem Inneren Kind ermöglichen, alles auszudrücken,
was es sich damals nicht mehr auszudrücken getraute, vor lauter Angst…

Denn DU bist ja jetzt da, ein erwachsener, reifer, liebender Erwachsener
der sein Inneres Kind nicht verlassen, bestrafen, demütigen, schlagen…wird
wenn es sich ausdrückt, weil es Kind, weil es einfach Mensch ist…
Selbst wenn sich aussen Menschen von Dir tatsächlich wieder abwenden, Dich versuchen zu bestrafen, zu demütigen…

DU, die/der GROSSE BIST DA

das ist das Einzige, was Dein Inneres Kind, das kleine braucht, um sich zeigen zu können…
und von Dir in der Arm genommen zu werden, in Liebe empfangen, worauf es noch immer wartet…

Denn das ist seine einzige Bestimmung!
Geliebt zu werden, um zu einem liebevollen, erwachsenen Menschen reifen zu können.

Und sein Ausdruck ist der Ausdruck des Lebens.

 

Von |2019-09-15T16:01:53+02:0031.12.2006|Inneres Kind|0 Kommentare

Für das neue Jahr: Sich zeigen

„…nicht alle können es so achtsam behandeln…“ meinte kürzlich ein Mann bezüglich meiner Art, mich in meiner Webseite so offen zu zeigen, meinte, das wäre ein Grenzgang. Ja, das ist es vielleicht. Manche behandeln es vielleicht wirklich nicht achtsam. Oder können es einfach nicht verstehen. Ich dachte selbst darüber nach, stellte mir viele Fragen, u.a. „Ist das professionell, als Therapeut so viel und auch meine Schwächen zu zeigen?“. Was immer auch man unter „professionell“ und „Schwächen“ verstehen mag.
Und doch spüre ich, dass ich das bin. Mehr als alles andere. Ein Grenzgänger, schon als Kind. Passiert Veränderung nicht eben genau an diesen Grenzen?! Sollte ich mich wieder zurückhalten, nur weil es „gefährlich“ werden könnte?! Es als Kind tatsächlich auch war!

Tatsächlich habe ich bisher keine schlechten Erfahrungen damit gemacht. Naja, eine Exfreundin hat auf meine ihr mitgeteilte Offenheit hin, wie ich unsere Begegnungen erlebe, zuerst zornig und dann mit völligem Rückzug reagiert.
Der Abstand zu einem langjährigen Freund wird auch mehr.

Jetzt zeige ich mich schon wieder so persönlich! Ja, und ich merke, es geht mir gut dabei. Ich bin ja auch in erster Linie eine Person, der Mensch Klaus, nicht mein Beruf, der Therapeut.
Und das Äußere – nämlich Distanz – zu meiner Exfreundin und dem Freund entspricht jetzt viel mehr der Wirklichkeit, wie ich sie im Inneren zwischen uns erlebe, als eine oberflächlich gelebte Nähe. Auch wenn mir Nähe lieber gewesen wäre.

Ja, es ist so eine Sache mit Nähe. Wie sehr habe ich mich als Kind danach gesehnt, nach Nähe zu meinen Eltern vor allem. Und ich glaube, sie sehnten sich genauso danach. Doch ich erlebte sie miteinander und im Kontakt mit anderen Menschen meist oberflächlich. Sie zeigten sich nicht wirklich, ständig hinter ihrer Maske verborgen. Ich litt sehr als Kind unter dieser „Falschheit“. Und wenn ich mich wirklich zeigte, wie ich als Kind nun einfach mal war, erntete ich Distanz oder Schelte.

Das hat mir die Reaktion meiner Exfreundin wieder mal deutlich gespiegelt. Doch genau daran lerne ich mehr und mehr. Eben an dieser Grenze. Manchmal eben auch schmerzvoll.
So muß ich immer wieder schmerzlich feststellen, dass manche Freundschaften eben nicht mehr weitergehen, wo ich – oder der andere – die Grenzen unserer Begegnung, unsere „Schutzmasken“ nicht mehr akzeptieren will, mich nicht mehr mit der jetzt für mich zur Oberflächlichkeit gewordenen „Realität“ zufrieden gebe, weil ich sie durch das Überschreiten einer eigenen Grenze losgelassen habe.

Alles ist relativ und verändert sich ständig. Und es ist ein schwieriges Unterfangen. Nirgendwo wird mir das so schmerzlich bewußt wie in Freundschaften und Kontakten zu Menschen. Doch wie heißt es so schön schrecklich blöd: „Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!“.

Auch das ist eine Realität, der man sich stellen muß, wenn man zum Grenzgänger wird: dass so manches sterben muß, „das Alte“, bevor das „Neue“ geboren werden kann. Auch so manche Freundschaft, doch nicht zwingend. Das Thema Abschied und Loslassen passt ja auch gerade gut zum Jahreswechsel. „Der Junge ist tot, der Mann ist geboren“, heisst es in einem nicht gerade zimperlichem Initiationsritual südamerikanischer Einwohner für Jungen.

Doch ich hatte auch für mich sehr angenehme Rückmeldungen: „Ich tue mir viel leichter, von mir und meinen Empfindsamkeiten zu reden, weil ich sehe, wie Du Dich zeigst!“

Ich verstehe und respektiere, dass manche Menschen sich einfach nicht so zeigen wollen und können. Vielleicht auch mit „zu viel“ Offenheit gar nicht umgehen können, es einfach oft nicht verstehen, was ich will. Doch mir ist es ein Bedürfnis, mit Menschen in Kontakt zu kommen, die „wollen, können, probieren, lernen“…die „riskieren“ wollen, sich zu zeigen, natürlich auch verletzlich, das ist immer dabei.

Meine Arbeit ist ein Angebot, eine Möglichkeit dafür, sich zu zeigen. An den Grenzen. In einem geschützten Rahmen. Kein Muss. Doch das wird sich von alleine regeln. Denn die, die das nicht wollen, werden es einfach nicht tun oder einfach fern bleiben. Und das ist okay und auch stimmig so für mich. So sorgt jeder auf seine Weise gut für sich. Das ist mir sehr wichtig! „Anschieben“ macht nur Druck und keinen Sinn.

So freue ich mich für das neue Jahr auf Menschen, die das Risiko eingehen, sich zu zeigen, an den Grenzen,liebevoll, verärgert, wütend, voll Bewunderung oder Verachtung, vorsichtig oder draufgängerisch, offen oder zurückhaltend, bescheiden oder arrogant…mit all den Masken eben, die wir uns als Kinder zu unserem Schutz angeeignet haben, um in dieser seelischen Einöde im Außen (über-) leben zu können. Aber lebendig, offen und bereit…und verletzlich.
Um jetzt zu lernen,die Maskenunter Achtung all ihrer geleisteten Dienste endlich ablegen zu dürfen, zu wachsen, zu reifen, zu begegnen. Uns und anderen.

Ich wünsche uns allen für das NEUE JAHR unsere natürliche Lebendigkeit, zu der auch unsere kindliche Neugier und Risikobereitschaft gehört, unsere Lust, Grenzen zu überschreiten…

…denn erst dahinter beginnt das bisher verborgene Leben, nach dem wir uns in manch tiefem Augenblick so sehr sehnen…

Grenzen überschreiten

Von |2007-02-01T22:01:56+02:0031.12.2006|Allgemein|0 Kommentare

Ihr Männer da draussen

Wie nur kann ich Euch erreichen,

EUCH MÄNNER DA DRAUSSEN

Es fühlt sich an wie damals, als ich versuchte, Papa zu erreichen…mit Fleiß, mit Ordentlichkeit, mit Gewissenhaftigkeit, mit Wut und Trotz, mit Flehen und Bettnässen, mit Kampfesgeist oder Taktik…vergeblich. Immer wieder scheiterte ich an einer Wand, die undurchdringlich blieb…bis auf ein paar letzte Tage seines irdischen Lebens…für die ich sehr dankbar bin.

Wieder ist mein Kampfesgeist erwacht, Euch zu erreichen,

EUCH MÄNNER DA DRAUSSEN

die ihr Euch so beharrlich versteckt und weigert, zu SEIN, Männer…ich könnte Euch treten vor hilfloser Wut, wie damals als hilfloser Junge Papa gegenüber. Ich kann ihn wieder spüren. Ich schwanke wie damals, zwischen Bitten, Wut, Angriffslust, Verachtung und Arroganz, Hilflosigkeit, Verzweiflung und Resignation, Rückzug…
..all diese Gefühle, die ich auch mit Papa schon hatte. Jede Tat aus diesen Gefühlen heraus blieb erfolglos, unbeantwortet…wofür sollten also solche Gefühle schon taugen?! Ich sperrte sie einfach weg, schwieg sie tot, wie ich totgeschwiegen wurde und unbeantwortet blieb, von Papa…

Und so erlebe ich wieder dieses Totgeschwiegen werden, dieses Unbeantwortet bleiben, wenn ich nach Euch rufe, nach

EUCH MÄNNERN DA DRAUSSEN

weil ich Euch was sagen will: wir werden gebraucht, von uns selbst, von unseren Inneren Jungen, von unseren leiblichen Kindern, von anderen Männern und ihren Verletzungen…mein Kleiner Junge schwankt zwischen Bitten und wütend Euch an empfindlichen Stellen zu reizen, um Euch zu erschüttern und damit Euere Versteinerung und Masken zu zerbröseln…als erwachsener Mann hoffe ich Euch zu erreichen

EUCH MÄNNER DA DRAUSSEN

Wie lange wollt ihr noch unbeantwortet die Rufe des Lebens verhallen lassen? Euere eigenen Rufe, die Rufe Euerer Inneren Jungen, und die Euerer leiblichen Kinder, meine Rufe, die Rufe meines Inneren Kindes, und die so vieler anderer Männer…?!

Ihr seid erwachsene Männer – und versteckt Euch noch immer hinter der Identifikation mit Eueren verletzten Inneren Jungs – doch ihr seid nicht Euere Inneren Jungen, ihr seid erwachsene Männer, die eine Aufgabe haben in diesem Leben – zuerst sich um Euere verlassenen Jungs zu kümmern…dazu brauchen wir uns, uns Männer, unsere männlichen Ahnen, die Anbindung an unsere männlichen Wurzeln…dann können wir auch unsere leiblichen Kinder endlich in Liebe annehmen…und zu unseren Frauen gehen, ohne uns in ihnen zu verlieren, denn wir gehören zu den Männern, für immer und ewig, seit wir als Jugendliche das Frauenlager zu verlassen hatten…doch wir weigern uns beständig…nur andere Männer können uns dabei helfen und uns den heiligen Schmerz der Trennung zufügen..das ist die Aufgabe der Väter und Urväter…und vielleicht zugleich die schlimmste Verletzung und größte Liebestat, die Männer zufügen und begehen können…

langsam gesellen sich statt Resignation und Wut vermehrt Loslassen und Akzeptanz in meiner Suche nach

EUCH MÄNNERN DA DRAUSSEN

dazu…ich weiß, dass ich es nicht fordern darf, es steht mir nicht zu…doch ich darf weiter dafür kämpfen, für mich und meinen Inneren Jungen…und es kommt doch die eine oder andere Antwort von

EUCH MÄNNERN DA DRAUSSEN

…ich freue mich und hoffe…auch dass MICH ein Mann erschüttert und erreicht, wo ich blind geworden bin, denn ich bin ja selbst einer von

Wartender Mann  EUCH MÄNNERN DA DRAUSSEN

Von |2006-12-04T10:22:35+02:0004.12.2006|Männerwerkstatt|0 Kommentare
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