Monatsarchiv für August, 2006

Männer, Kritik und Entscheidungen

Auf welche Weise ist es wirklich förderlich, Kritik zu üben? Generell und speziell bei uns Männern?

Ich frage nicht zuletzt aus eigener Erfahrung. Ich weiß um meine eigene Empfindlichkeit und die vieler anderer Männer gegenüber Kritik. Wurden wir doch schon als Jungen angehalten, ja nix verkehrt zu machen und wenn, es nicht zuzugeben. So bin ich beim Kritisieren meist vorsichtig, zurückhaltend und sehr um Verständnis bemüht. Und sehr ängstlich, manchmal abwehrend und um meinen Selbstwert ringend beim Kritisiertwerden.

Wichtige Aspekte bei diesem Thema sind die Schonhaltung und die Kritikfähigkeit.
Aus Angst vor unangenehmen(aggressiven) Reaktionen “schonen” sowohl Männer als auch Frauen die Menschen, die empfindlich auf Kritik reagieren. Das heißt, sie sprechen nicht aus, was ihnen auf dem Herzen liegt. Hier fehlt beiderseits Kritikfähigkeit.
Kritikfähigkeit ist aber Voraussetzung für Veränderungen, Lösungen, Verbesserungen.

Wie kann also Kritik so (wohlwollend) gestaltet werden, dass sie auf fruchtbaren Boden fällt?

Vielleicht sollte man auch ein anderes Wort dafür (er-)finden? Viele fühlen sich schon alleine durch dieses Wort angegriffen. Vielleicht wäre das Wort “Aussprache” geeigneter. Denn darum geht es eigentlich: auszusprechen, womit man mit einem oder mehreren Menschen in einer bestimmten Situtation Probleme hatte.

Ganz wesentlich sehe ich dabei, was die Innere Haltung desjenigen ist, der mich kritisiert. Will er mich nur beschuldigen und verurteilen oder sucht er ehrlich nach einer Lösung in unser beider “Beziehungsstörung”? Dahinter steckt wohl die kindliche Angst, ob “Mama” oder “Papa” mich auch noch lieben, wenn ich etwas “falsch” gemacht habe. Vielen wird diese Angst nicht fremd sein.

Ich sehe es als ein sehr wichtiges, weil ganz alltägliches Thema, das am liebsten umgangen wird. Nicht nur in den Beziehungen, auch am Arbeitsplatz, unter Freunden, in Männergruppen. Schade!

Steinformation und Erdsitz
“Stein des Anstosses” war ein geplanter Ausflug, der eigentlich per Boot auf der Moldau nach Krumau gehen sollte. Mit Zelten und Lagerfeuer.
Die Idee war geboren. Doch die Umsetzung war sehr schwierig und anstrengend. Das Ergebnis war ein schöner Wanderausflug an der Ilz.
Ilz an der Schrottenbaummühle Paul, Tom und Mane beim Wandern Tom im Boot Paul und Mane, Schrottenbaummühle
Nachträglich wurde klar, woran es gelegen hatte, dass die Geburt so schwer war: mehrere von uns Männern waren nicht wirklich ent-schieden für diese Paddeltour. Nach und nach stellte sich das raus, was von Anfang an da war. So veränderte sich langsam sowohl die Anzahl der Männer, wie auch der Inhalt unseres Ausfluges.

Als die Ursache für dieses Problem sehe ich es an, nicht zu wissen, was man wirklich will!
Und wer kennt diesen “Zustand” nicht? Ich denke es liegt daran, dass wir schon als Kind verlernt haben, zu wollen weil wir “nicht wollen haben dürfen”! Das ist für mich der tiefere Zusammenhang zu so manchem unentschiedenem Verhalten. Und wenn man nicht wollen darf, darf man auch nicht nein sagen.
So trifft man zu schnell halbherzige “Entscheidungen”, weil man einerseits noch nicht wirklich weiss was man will, andererseits andere nicht “enttäuschen” will! Gerade in Gruppen spielt dies oft durch die stark mitreissende Gruppendynamik eine wesentliche Rolle.
Hätten die “Unentschiedenen” gleich gespürt, dass sie gar nicht wirklich mitwollten und einfach Nein gesagt, wäre die Geburt um ein Vielfaches einfacher und frustärmer gelaufen.
So braucht es meiner Meinung nach einerseits genügend Zeit für den Entscheidungsfindungsprozess, andererseits irgendwann eine definitive Ent-Scheidung, unabhängig davon, inwieweit ich mir wirklich klar darüber geworden bin, was ich will oder nicht.

Das ist es, was ich mir wünsche:
Meine eigene Ent-schiedenheit und ent-schiedene Männer und Frauen die JA und NEIN sagen dürfen! Und Ent-Scheidungen aus ganzem Herzem treffen. Und das ist erlernbar.

Ich hoffe nun, das sich keiner der betroffenen Männer angegriffen fühlt und wenn doch, mir ehrlich mitzuteilen, worin er einen Angriff erlebt. Ich bin am Lernen! :-) Danke!

bisher 1 Kommentar 29. August 2006

Männerwerkstatt aktuell Nr.1

Das Infoblatt “Männerwerkstatt aktuell Nr.1″ habe ich bereits am 07.06.2006 per mail verschickt. Da Du Dir hier ein gutes Bild von der Männerwerkstatt machen kannst, habe ich es jetzt auch auf meine Homepage geladen.

Lieber Mann,
mit diesem “Männerwerkstatt aktuell Nr.1” möchte ich Dir gerne mein Projekt Männerwerkstatt vorstellen.
Die Idee entstand aus der Kombination eigener , leid- und lustvoller Erfahrung als Mann, meiner vielen Kontakte und Erlebnisse mit anderen Männern, meiner handwerklich/ kreativen Ader, meiner Liebe zur Natur und meiner therapeutischen Ausrichtung. Aus meinem eigenen Werdegang begann ich zu verstehen, dass ich ohne Männer nicht auskomme, will ich mich als Mann weiterentwickeln, auch und besonders bzgl. Problemen mit Frauen!
Die Männerwerkstatt ist ein Angebot für Männer, die Neues ausprobieren, mit und von anderen Männern lernen wollen, die Kontakt und Austausch, unkomplizierte Unterstützung in Krisenzeiten suchen, reden wollen, die neugierig und abenteuerlustig sind, etwas tun und verändern wollen. Wenn Du skeptisch, aber trotzdem neugierig bist, bist Du hier richtig und herzlich willkommen! Keine Angst, wir sind auch alles nur Männer mit ähnlichen Themen, Schwächen und Stärken.
Für mich steht in der Männerwerkstatt die gegenseitige Wertschätzung an erster Stelle!
Räumlich liegt die Männerwerkstatt sehr abgelegen und ruhig im “Dobl”, inmitten üppiger Natur: ein Häuschen mit Seminarraum, eine kleine Werkstatt, ein Schwimmteich, Wiesen, ein Bach, Sumpflandschaft, Wanderwege und eine Menge herrlicher Wald im Umfeld. Ob Reden, Schweigen, Meditieren, Trommeln, Basteln, Schwimmen, Holz schneiden, Feuer machen, Wandern, Spielen, Pfeilbogenschießen…, “mann” kann hier gut mit anderen Männern sein…oder auch mal ein paar Tage in Rückzug gehen (im Zelt, Tipi, Blockhütte, Haus).
Du kannst gerne auf einen Ratsch vorbeikommen! Vorher bitte kurz anrufen, dass ich auch da bin!
__________
Ende März 06 hat sich aus einigen Männern, Tom, Paul, Mane, Peter, Ralf, Andreas, Utto, Edi und mir, ein “Männer-Stammkreis” entwickelt. Wir haben uns für eine offene, ungeleitete Männergruppe entschieden und treffen uns seither
jeden zweiten Freitag im Monat, 17 Uhr im “Dobl”.
Wenn Du Lust hast, kannst Du jederzeit dazukommen (bitte vorher Bescheid geben), mitreden, mitgestalten. Der Unkostenbeitrag pro Abend beträgt 5,– Euro. Die Teilnehmerzahl ist zwar begrenzt, ich biete jedoch nach Bedarf auch geleitete Männergruppen an.
Daneben werde/n ich/wir einzelne Aktionen (z.B. Paddeln und Zelten an der Moldau, Seminare, Themenabende, Ritualarbeit) organisieren. Ich werde Dir Termine und Organisatorisches über männerwerkstatt aktuell mitteilen.
Wenn Du selbst Ideen, Vorschläge und Wünsche hast, teile sie mir einfach mit!
Herzliche Grüße und bis zum nächsten mal,
Klaus

jetzt kommentieren? 19. August 2006

Für die, die alles geben.

Ein Mensch nimmt guten Glaubens an, er hab das Äusserste getan. Doch leider Gotts versäumt er nun, auch noch das Innerste zu tun.
Eugen Roth

jetzt kommentieren? 19. August 2006

…und allem Anfang wohnt ein Zauber inne!

Dieses Zitat von Hermann Hesse beschreibt am besten meine Gefühle beim Aufbau meiner therapeutischen Praxis hier an diesem wunderbaren Ort im “Dobl”.
Ich freue mich sehr, Sie heute mit meinem ersten Beitrag einladen zu dürfen, “Dem Leben zu folgen”.
Dies wäre ohne die “Schubkraft” meiner Coachin, Alexandra Graßler, mit Sicherheit nicht möglich gewesen. Dafür sage ich Dir ein ganz herzliches DANKE, liebe Alexandra!
Martin Unverdorben hat mir die technische Umsetzung dazu ermöglicht. Ein ganz herzliches DANKE, lieber Martin!
Ganz besonders Danken möchte ich meiner “Reisebegleiterin” Marion, die mich durch Ihre ständige Unterstützung und ihr “da sein” bei den unendlich vielen Arbeiten immer wieder aufgebaut hat. DANKE Marion!
Last but not least danke ich meinen 2 wunderbaren Töchtern, Maria und Ronja, die mein Leben mehr bereichern als alles andere in meinem Leben. Danke, liebe Maria! Danke, liebe Ronja!

Noch vor 3 Monaten wusste ich nicht, was eine Weblogseite ist, heute schreibe ich meinen ersten Beitrag darin.

Meine “Praxis für Systemtherapie” habe ich im Februar 2006 gegründet und bin seither beständig daran, sie aufzubauen.
Als wichtiges Instrument zur Information und zum Austausch dient mir diese Homepage.

Die Besonderheit der Weblogseite – des “Blogs” – ist, dass Sie, liebe Leser, in diesem Blog Kommentare zu meinen Beiträgen schreiben können.
Und dazu lade ich Sie gleich einmal ganz herzlich ein! Ich freue mich über fachliche Kommentare genauso wie über ganz persönliche.

Was früher auf dem Dorfplatz ausgetauscht wurde, wird heute mehr und mehr auf dem Blog “getratscht”. Der “Dorftratsch” ist keineswegs negativ zu bewerten – solange er wohlwollend geführt wird. Er dient ursprünglich dem für soziale Systeme so lebenswichtigen Informationsaustausch, der Kommunikation. Für alle lebenden Systeme gilt: versiegt die Kommunikation, versiegen die Beziehungen, das System zerfällt!
So gibt es gar einen therapeutischen “Dorftratsch”, das “Reflecting Team”. Hierbei werden der Therapeut und der Klient von “Zuschauern” während der Therapie begleitet. Die “Zuschauer” erzählen – bei Anwesenheit von Therapeut und Klient, was ihnen alles aufgefallen ist, sie “tratschen” – natürlich wohlwollend und wertschätzend – über die beiden. So können neue und wichtige Informationen für den therapeutischen Prozess gewonnen werden.
Also “tratschen” Sie mit, natürlich auch gerne hier im “Dobl” bei einer Tasse Tee oder Kaffee.
KlausWeblog2.jpg
Ich freue mich auf SIE!

Klaus Eisenreich

bisher 9 Kommentare 14. August 2006


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